Die EZB hat den Leitzins in der Euro-Zone wie erwartet nicht angetastet. Der Schlüsselzins für die Geldversorgung des Bankensystems bleibt bei 0,05 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittwoch nach ihrer geldpolitischen Sitzung in Frankfurt mitteilte.

Die Währungshüter hatten den Leitzins Anfang September auf das aktuelle Rekordtief gesenkt. EZB-Präsident Mario Draghi wird die Gründe für den Beschluss am Nachmittag vor der Presse erläutern. Investoren erhoffen sich von Draghi eine Zwischenbilanz zum umstrittenen Staatsanleihen-Kaufprogramm, das die EZB am 9. März gestartet hat.

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Grosse Geldschwemme

Mit der grossen Geldschwemme nach dem Vorbild der US-Notenbank Fed will die EZB bewirken, dass die Preise und auch die Konjunktur im Währungsraum wieder anziehen. Im März lag die Teuerung in der Euro-Zone noch bei minus 0,1 Prozent - Ziel der EZB ist aber eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent.

Zwischenfall zu Beginn

Aufregung während gabs während der Pressekonferenz: Eine junge Aktivistin sprang kurz nach Beginn der Veranstaltung auf das Podium, bewarf Draghi mit Papierblättern und rief auf Englisch «Stoppt die EZB-Diktatur».

EZB-Präsident Mario Draghi wurde umgehend von Personenschützern aus dem Raum gebracht. Die Frau wurde festgehalten und abgeführt. Nach einer kurzen Unterbrechung setzte er seine Ausführungen zu den Entscheidungen des EZB-Rats fort.

Dem Vernehmen nach handelte es sich um eine Aktion von Femen-Aktivistinnen. Die aus der Ukraine stammende Gruppe kämpft immer wieder mit nackten Brüsten für Frauenrechte und gegen Sexismus. Die Aktivistin, die in Frankfurt auftrat, hatte sich nicht entblösst, wie auf Bildern von der Pressekonferenz zu sehen war.

(sda/dbe/ama/chb)