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Ungarn
EZB mischt sich in Streit um Fremdwährungskredite ein

Ungarn: EZB-Präsident Mario Draghi mischt sich in Budapests Innenpolitik ein. (Bild: Keystone)

Das Schlamassel mit Fremdwährungskrediten, die viele Ungarn nicht mehr zurückzahlen können, ruft die EZB auf den Plan. Mario Draghi warnte Budapest, keine einseitigen Schritte zu unternehmen.

Veröffentlicht am 16.10.2013

In den Streit um ein Ende der umstrittenen Fremdwährungskredite in Ungarn hat sich EZB-Präsident Mario Draghi eingeschaltet. Er habe von der Regierung in Budapest Informationen über deren Pläne zur Lösung des Problems angefordert, erklärte das ungarische Wirtschaftsministerium auf Anfrage von Reuters, ohne jedoch weitere Details zu nennen. Das Ministerium habe Draghi in einem Brief geantwortet. Ob dieser den Inhalt veröffentlichen wolle, solle er selbst entscheiden.

Warnung an Ungarn

Die ungarische Regierung hatte die Banken aufgefordert, bis Anfang November einen Vorschlag für ein Auslaufen der Fremdwährungskredite zu präsentieren. Vor der Finanzkrise hatten viele Menschen dort Darlehen in Euro oder Franken aufgenommen und können diese wegen der schwachen ungarischen Währung Forint nicht mehr zurückzahlen. Vor den Wahlen im kommenden Jahr unternimmt Ministerpräsident Viktor Orban nun einen neuerlichen Versuch, das Problem zu lösen. Bei einem ersten Anlauf vor rund zwei Jahren hatte die Umwandlung der Kredite zu Preisen unter Marktwert die Banken hunderte Millionen gekostet. Betroffen waren die BayernLB-Tochter MKB und auch österreichische Institute wie Erste Group und Raiffeisen.

Einem Zeitungsbericht zufolge hatte Draghi Ungarn nun gewarnt, keine einseitigen Schritte zu unternehmen, um die Banken zu einer Umwandlung der Kredite in Forint-Darlehen zu zwingen.

(reuters/chb)

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