Die Europäische Zentralbank (EZB) hat einen Bericht über eine mögliche Deckelung von Risikoprämien für Staatsanleihen zurückgewiesen. Das Thema sei im EZB-Rat noch nicht diskutiert worden, eine Entscheidung gebe es nicht, sagte ein Sprecher der Notenbank am Montag in Frankfurt.

Es sei absolut «irreführend», über die Ansichten Einzelner zu berichten. Die EZB werde weiter strikt im Rahmen ihres Mandats handeln - und das verbietet etwa die Finanzierung von Staatsschulden über die Notenpresse.

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Der «Spiegel» hatte zuvor ohne Angabe von Quellen berichtet, die Notenbank erwäge, für Käufe von Staatsanleihen kriselnder Euro-Länder Zinsobergrenzen für jedes Land festzulegen. Demnach würde die EZB Staatspapiere von Krisenländern immer dann kaufen, wenn deren Zinsen einen bestimmten Aufschlag auf die Renditen deutscher Bundesanleihen überschreiten.

Diese Politik hätte derjenigen der Schweizerischen Nationalbank geglichen, welche die Eurokurs-Untergrenze von 1,20 Franken mit bedingungslosen Käufen verteidigt.

Mittels der Definition eines Maximalzinssatzes wolle die EZB die Finanzierungskosten angeschlagener Länder im Zaum halten, schreibt der «Spiegel». Der EZB-Rat wolle bei seiner nächsten Sitzung Anfang September entscheiden, ob das Zinsziel tatsächlich installiert werde.

Die Gerüchte hatten am Montag am Markt für europäische Staatsanleihen für Entspannung gesorgt, nach der Mitteilung der EZB fiel der Eurokurs jedoch auf ein Tagestief.

(jev/aho//awp)