Die Europäische Zentralbank (EZB) stellt vor der Übernahme der zentralen Banken-Aufsicht Forderungen. Die Notenbank werde nicht mit ihrer Arbeit anfangen, solange sich die Regierungen nicht über Notfallfinanzierungen für Kapitallücken geeinigt hätten, die möglicherweise in den Bilanzen auftauchten, sagte EZB-Direktor Yves Mersch dem «Handelsblatt» (Montagausgabe) laut Vorabbericht.

Der Luxemburger ist mitverantwortlich für den Aufbau der europäischen Bankenaufsicht, die im Herbst 2014 unter dem Dach der EZB ihre Arbeit aufnehmen soll. «Ohne die Finanzierung vorab geklärt zu haben, könnte uns die Prüfung zurück in eine Krise stürzen. Das können wir nicht verantworten.»

Eigentlich ist die zentrale Aufsicht der grössten Kreditinstitute eine Lehre aus der Finanzkrise und soll die Branche wetterfester machen. Die EZB sucht rund 1000 neue Mitarbeiter - viele dürften von den nationalen Behörden kommen. Bis Ende 2013 würden aber wohl nur 200 oder 300 Aufseher eingestellt werden können, so Mersch. «Ziel sollte es sein, dass die organisatorische Struktur ab Januar nächsten Jahres vollständig besetzt und arbeitsfähig ist.»

(reuters/rcv)