Der Grund dafür sei, dass die Arbeitslosigkeit beim ärmsten Fünftel aller Haushalte im Zuge des wegen der ultralockeren Geldpolitik höheren Wirtschaftswachstums gesunken sei, argumentieren sie in einem Diskussionspapier, das die Notenbank am Mittwoch auf ihrer Internetseite veröffentlichte. Allerdings sei der Effekt gering. Die Vermögensungleichheit im Währungsraum habe sich wegen der Anleihekäufe zudem nicht messbar verringert.

Unterschiedliche Meinungen

«Die Verringerung der Arbeitslosigkeit und der Einkommensungleichheit ist besonders in solchen Ländern ausgeprägt, in denen wie in Spanien zu Beginn die Arbeitslosenrate höher ist», schreiben die Experten. Verbessert habe sich die Lage vor allem für untere Einkommensschichten. Bei anderen Gruppen sei die Beschäftigungslage nicht so stark konjunkturabhängig.

Mit der Studie treten die Volkswirte Kritikern entgegen, denen zufolge von der ultralockeren Ausrichtung der EZB vor allem wohlhabende Schichten der Bevölkerung profitieren würden, die in grösserem Umfang Immobilien oder Wertpapiere wie Aktien besitzen. Vor allem in Deutschland sind die Anleihekäufe stark umstritten.

Transaktionen eingestellt

Die EZB begann im März 2015 mit dem Erwerb von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren im grossen Stil. In den vergangenen Jahren waren sie das wichtigste Instrument der Währungshüter im Kampf für mehr Wachstum und Inflation im Währungsraum. Doch inzwischen läuft die Konjunktur wieder besser und auch die Inflation hat zugelegt. Im Juni lag sie mit 2,0 Prozent sogar einen Tick oberhalb der Zielmarke der EZB von nahe aber unter zwei Prozent. Wegen der günstigeren Konjunkturaussichten beschloss die EZB daher unlängst, die inzwischen auf 2,6 Billionen Euro angelegten Transaktionen bis zum Jahresende einzustellen.

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Die Studie ist auf der Internetseite der EZB zu finden.

(sda/gku)