Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht nach wie vor erhebliche Gefahren für die konjunkturelle Entwicklung im Euroraum. Die wirtschaftlichen Risiken zeigten weiter nach unten, heisst es im Monatsbericht der Notenbank. Das sich verlangsamende Wachstumstempo und die zahlreichen Konfliktherde auf der Welt könnten das Vertrauen von Verbrauchern und Unternehmen belasten. Zudem würden notwendige Strukturreformen nicht ausreichend umgesetzt.

Die Inflation bleibt unterdessen sehr schwach. Im September war die Teuerungsrate im Währungsraum mit 0,3 Prozent auf ein Fünfjahrestief gefallen. Der EZB-Rat werde diese Entwicklung genau beobachten, heisst es in dem Bericht. Der schwache Preisauftrieb bereitet der Notenbank ebenso Sorgen wie zusehends fallende Inflationserwartungen. Die EZB fürchtet negative Folgen für die Wirtschaft, die sich aus zu schwachen Preissteigerungen ergeben können.

Geldpolitik weiter gelockert

Deswegen hat die EZB ihre Geldpolitik in den vergangenen Monaten weiter gelockert. Unter anderem senkte sie ihre Leitzinsen auf neue Tiefstände und führte eine faktische Gebühr für bei ihr unterhaltene Bankeinlagen ein. Darüber hinaus reicht sie seit September neue Langfristkredite an die Banken aus und kauft private Wertpapiere wie besicherte Bankanleihen (Covered Bonds) und Kreditverbriefungen (ABS).

Anzeige

(awp/dbe/ama)