Spitzenvertreter der Europäischen Zentralbank (EZB) haben bekräftigt, dass die EZB notfalls die Konjunktur weiter ankurbeln wird. «Wir haben im Juni entschlossen gehandelt», sagte EZB-Direktor Benoit Coeure in Athen. «Wenn das nicht genug ist, werden wir mehr tun.»

Derzeit gehe die Zentralbank aber davon aus, dass es reichen werde. EZB-Chefvolkswirt Peter Praet sagte laut Redetext in Paris, die Europäische Zentralbank werde notfalls weitere unkonventionelle Massnahmen verabschieden. Allerdings müssten die jüngsten Beschlüsse nun erst einmal wirken.

Auswirkungen auf die Finanzstabilität

Die EZB hatte Anfang Juni ihren Leitzins auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gekappt, erstmals einen Strafzins für Banken beschlossen und weitere Geldspritzen zur Ankurbelung der stotternden Kreditvergabe angekündigt. Praet räumte ein, dass ein längere Phase mit konjunkturstützender Geldpolitik auch Auswirkungen auf die Finanzstabilität haben könnte: «Es gibt zwei grössere Risiken.»

Erstens werde es länger dauern, bis die Banken ihre Bilanzen in Ordnung brächten und zweitens könnte es «Blasen bei Vermögenspreisen» geben, warnte Praet. Sorgen, dass das neue EZB-Kreditprogramm (TLTRO) eine Blase am Immobilienmarkt hervorrufen könnte, seien aber wohl unbegründet.

(reuters/dbe/sim)