Unternehmen schalten ihre Werbungen zunehmend online. Die Werbebudgets verlagern sich darum zum grossen Teil ins Internet. Vor allem Facebook steigt in der Gunst der Werbefachleute.

Gemäss einer Umfrage der Universität Genf entfallen rund 70 Prozent der Budget-Präferenzen auf Online-Werbeträger. Die Werbefachleute schalteten ihre Werbungen vor allem über Facebook, über klassische Internetseiten, aber auch über Suchmaschinen und das Portal Youtube. Bei der traditionellen Werbung (sogenannt offline) liegt das öffentliche Fernsehen vorne.

Erheblicher Umbruch

In der Analyse zur Umfrage wird der Wandel hin zu Online-Kanälen als mittelfristiger Trend bezeichnet. Die Umbrüche seien erheblich, weil die neuen Akteure sich mehr als zwei Drittel des Marktes aneigneten, stellten die Forscher fest.

Unter der Annahme, dass der schweizerische Werbemarkt sich bei etwa fünf Milliarden Franken stabilisiere, bedeute dies, dass der Sektor der neuen digitalen Akteure von 642 Millionen Franken auf etwa 3 Milliarden Franken zulegen würde. «Die Veränderung, die hier auf dem Spiel steht, liegt damit bei mehr als zwei Milliarden und geht zu Lasten der traditionellen Medien, insbesondere der Print-Presse», schlussfolgern die Autoren.

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Alternative zu Google

Sie betonen aber zugleich, dass es sich bei diesem Szenario nicht um eine Prognose handelt, sondern um eine Beschreibung eines Trends. Es wurden vier Szenarien entwickelt. In einem der Szenarien wird mit dem Zugang der SRG SSR zur digitalen Werbung gerechnet. Dadurch würde das Unternehmen zum tragenden Element im schweizerischen digitalen Werbemarkt und zu einer Alternative der neuen Akteure wie Google und Facebook.

Ein erheblicher Teil der Werbegelder fliesst in ausländische Werbefenster. Die Abschaffung dieser Fenster käme darum gemäss den Autoren einem erheblichen Geldsegen für die anderen Kanäle gleich. Doch die «Rettung der schweizerischen Medien» gelingt gemäss den Autoren nur dank Rahmenbedingungen sowohl für den privaten wie auch öffentlichen Sektor. Wie diese ausgestaltet sein müssten, erklären die Autoren nicht.

Für die Studie wurden knapp 600 Unternehmen kontaktiert, 196 und damit knapp ein Drittel haben die Umfrage beantwortet.

(awp/ise/ama)