Die Zürcher Softwarefirma Ergon Informatik hat offenbar vieles richtig gemacht. Sie wurde 2012 als bester Arbeitgeber mit dem  «Swiss Arbeitgeber Award» prämiert. Im gleichen Jahr erhielt die Firma auch eine Auszeichnung als bester Lehr- und Ausbildungsbetrieb in ihrer Branche. Das Unternehmen müsste also für qualifizierte Mitarbeiter attraktiv sein und ächzt trotzdem unter einer Last: dem Fachkräftemangel.

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Damit ist der mittelständische Konzern nicht alleine: Bis zum Jahr 2020 werden der Schweiz rund 25'000 Fachkräfte im Bereich von Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) fehlen, prognostiziert der Branchenverband ICT-Berufsbildung Schweiz. Der Mangel beschränkt sich dabei nicht nur auf Informatiker. Es gibt in der Schweiz allgemein zu wenig Ingenieure, wie eine Umfrage des Berufsverbandes Swiss Engineering unter seinen 13'000 Mitgliedern bestätigt. 70 Prozent der Befragten bestätigen, dass sie dieses Problem sehen.

Mangel trotz hohem Salär

Der Fachkräftemangel besteht dabei trotz lukrativer Löhne. Der Medianlohn eines Ingenieurs liegt bei über 120'000 Franken für jene Mitarbeiter, die älter als 45 Jahre sind. Das entspricht ungefähr dem Lohn eines gleichaltrigen Architekten. Zu den Bestverdienern unter den jungen Ingenieuren gehören Informatiker, mit einem Mediansalär von über 90'000 Franken.

Das Problem lässt sich nicht über die Löhne lösen, denn seine Wurzel liegt woanders:  in der Schulbildung. Mathematik und Naturwissenschaften zählen zu den Fächern, die oft vernachlässigt werden. Unter diesen Umständen ziehen zu wenige Schüler später eine Berufslaufbahn in Erwägung, die auf diesen Fächern basiert - wie eben das Ingenieurswesen.

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