Die Herausgeber eines an den Finanzmärkten viel beachteten US-Wirtschaftsbarometers haben mit falschen Zahlen für Verwirrung gesorgt. Das drückte die Kurse am Aktienmarkt und sorgte für Anstiege bei US-Staatsanleihen.

Das Institute for Supply Management (ISM) wies bei seiner monatlichen Umfrage bei US-Unternehmen überraschend einen Index-Stand aus, der signalisierte, dass die US-Industrie im Mai an Fahrt verlor. Kurz darauf aber berichtete der Sender CNBC, die veröffentlichten Zahlen seien falsch und das ISM werde neue Daten vorlegen, die ein Wachstum der Industrie anzeigen würden.

Daraufhin drehte sich die Stimmung wieder: Aktien stiegen leicht an, Staatsanleihen gaben nach. Das ISM wollte sich zunächst auf Anfragen nicht äussern. Am Ende dauerte es fast drei Stunden, bis das Institut die neue Index-Zahl veröffentlichte, die dann tatsächlich Wachstum anzeigte.

Wieder Anlass für Zuversicht

Das ISM erklärte am Abend, es habe einen Software-Fehler gegeben, durch den statt für den Monat Mai irrtümlich der Faktor der saisonal bedingten Bereinigung für den Monat April in die Berechnungen eingeflossen sei.

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Der Volkswirtschaftler Kenneth Kim von Stone McCarthy in New Jersey sagte der Nachrichtenagentur Reuters, er habe die zunächst veröffentlichten Daten sofort merkwürdig gefunden. Er habe dann die Zahlen selbst mit den April-Bereinigungen durchgerechnet. «Da hatte ich dann die Erklärung, wie es zu dem Fehler gekommen war.» Er habe das ISM darüber sofort in Kenntnis gesetzt, aber keine Antwort erhalten.

«Die Leute warten auf Zeichen für einen Aufschwung», erklärte John Carey, Finanzmarkt-Experte bei Pioneer Investment Management in Boston, die Reaktion der Märkte. «Und als die ersten ISM-Daten kamen, haben die Anleger die Stärke der Wirtschaft in Frage gestellt.» Die Korrektur der Zahlen gebe nun wieder Anlass für Zuversicht.

(sda/dbe)