Die neue US-Notenbankchefin Janet Yellen will trotz des Aufschwungs noch länger an der Politik des billigen Geldes festhalten. Ein konjunkturstimulierender Kurs sei noch für geraume Zeit angemessen, betonte Yellen am Donnerstag vor dem Bankenausschuss des US-Senats.

Yellen peilt das Ende der Konjunkturhilfen für den Herbst an. Voraussetzung sei, dass sich der Aufschwung wie erwartet festige, betonte sie. «Die Wirtschaft erholt sich, und wir machen Fortschritte.» Yellens Vorgänger Ben Bernanke hatte eher vage von einem Auslaufen der milliardenschweren Wertpapierkäufe «gegen Jahresende» gesprochen.

Folgen der Bibber-Kälte

Bei ihrem ersten Auftritt vor der US-Kongresskammer verwies Yellen aber zugleich auf den Durchhänger der Wirtschaft zur Jahreswende. Es sei schwer abzuschätzen, wie stark der ungewöhnlich kalte Winter mit viel Eis und Schnee in den USA die Daten beeinflusst habe.

Die Kältewelle in den USA hatte insbesondere Auswirkungen auf den Einzelhandel und die Industrie. Auch die Erholung am Arbeitsmarkt wurde merklich gedämpft.

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Yellen hat erst Anfang des Monats das Ruder der US-Notenbank übernommen. Die ausgewiesene Arbeitsmarktexpertin will den geldpolitischen Kurs ihres Vorgängers fortsetzen. Bernanke hatte angesichts des Aufschwungs in den USA damit begonnen, die massiven Konjunkturspritzen der vergangenen Jahre behutsam zu drosseln. Die Notenbank kauft nunmehr monatlich nur noch für 65 Milliarden Dollar Wertpapiere.

Nullzinspolitik wird fortgesetzt

Mit einer Zinserhöhung rechnen die Märkte nicht vor dem Sommer 2015. Der Schlüsselzins liegt bereits seit Ende 2008 auf dem Rekordtief von null bis 0,25 Prozent. Die Fed hatte ursprünglich geplant, bei Erreichen einer Arbeitslosenquote von 6,5 Prozent über ein Ende der Nullzinspolitik nachzudenken.

Da diese Quote bereits in Reichweite ist, signalisierte die Fed, die Zinsen noch geraume Zeit nach Erreichen des Zielwerts niedrig zu halten. Yellen betonte vor dem Ausschuss, der Arbeitsmarkt sei noch lange nicht über den Berg: «6,5 Prozent Arbeitslosigkeit ist nicht das, was der geldpolitische Ausschuss der Fed als Vollbeschäftigung ansieht.»

Die Mitglieder des Komitees peilten Werte weit unter dieser Marke an. Auch sei die Arbeitslosenquote kein genügender Gradmesser für die Erholung am Jobmarkt. So könnten beispielsweise ungewöhnlich viele Amerikaner aus wirtschaftlichen Gründen nur Teilzeit arbeiten.

Börsen im Plus

Die Aussicht auf eine längerfristig lockere US-Geldpolitik hat die US-Börsen am Donnerstag gestützt. Auch ermutigende US-Konjunkturdaten trugen zu den leichten Kursgewinnen bei. Für Zurückhaltung der Anleger sorgte dagegen die Ukraine-Krise.

(awp/me)