Angesichts der anziehenden Wirtschaft in den USA streicht die Notenbank ihre Konjunkturhilfen weiter zusammen. Die monatlichen Geldspritzen werden um zehn Milliarden Dollar gekürzt, wie der für die Zinspolitik zuständige Offenmarktausschuss der Federal Reserve (Fed) am Mittwoch entschied.

Das Volumen der Ankäufe von Staatsanleihen und Hypotheken-Papieren sinkt damit wie erwartet auf 35 Milliarden Dollar pro Monat. Den Leitzins beliessen die Notenbanker um Fed-Chefin Janet Yellen auf dem historisch niedrigen Niveau von null bis 0,25 Prozent.

Wachstumsprognose nach unten korrigiert

Zugleich beurteilt die Fed nach dem kältebedingt schwachen Start ins Jahr die Wachstumsaussichten nicht mehr ganz so rosig. Sie veranschlagt für dieses Jahr beim Bruttoinlandprodukt ein Plus von maximal 2,3 Prozent. Noch im März hatte sie mit bis zu drei Prozent gerechnet.

Die Zinswende peilen die meisten Geldpolitiker erst für nächstes Jahr an. In ihren individuellen Prognosen für den angemessenen Zeitpunkt einer geldpolitischen Straffung nannten zwölf Zentralbanker das Jahr 2015. Drei Fed-Führungsmitglieder wollen die Zinsen erst 2016 erhöhen, nur ein Notenbanker plädiert für 2014. An der Umfrage nahmen auch derzeit nicht stimmberechtigte Notenbanker teil. Die Fed-Führungsmitglieder veranschlagen im Schnitt für Ende 2015 ein Zinsniveau von 1,125 Prozent. Im März hatten sie lediglich 1,00 Prozent angepeilt.

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Arbeitslosigkeit soll stärker sinken

Erstmals nahm auch der neue Fed-Vizechef Stanley Fischer an der Zinssitzung teil. Der frühere israelische Notenbankchef hatte erst kürzlich vom Senat grünes Licht für den Posten erhalten. Mit seiner nicht ganz so lockeren geldpolitischen Linie gilt er als Korrektiv zu Yellen, die am Abend den Zinsbeschluss vor der Presse erläutern sollte.

Die Fed, die stabile Preise sichern und Vollbeschäftigung fördern soll, blickt mittlerweile mit etwas weniger Sorge auf den Arbeitsmarkt. Bis Ende des Jahres soll die Arbeitslosenquote nach den Projektionen der Notenbank auf 6,0 bis 6,1 Prozent sinken. Im März hatte sie noch 6,1 bis 6,3 Prozent veranschlagt. Die während der schweren Rezession verloren gegangenen Jobs sind mittlerweile wieder aufgebaut worden. Doch noch immer gibt es eine für US-Verhältnisse relativ hohe Zahl von Teilzeitkräften und Langzeitarbeitslosen.

Börse reagiert positiv

Die meisten Experten gehen daher davon aus, dass die Zinswende noch mindestens bis Mitte nächsten Jahres auf sich warten lassen wird. Die US-Börsen legten nach dem Fed-Zinsentscheid zu. Sie hatten zuvor kaum verändert tendiert.

(reuters/gku)