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Notenbank
Fed erhöht Leitzinsen erneut

Ein herzliches Lachen kurz vor dem Abtritt: US-Notenbankchefin Janet Yellen
Ein herzliches Lachen kurz vor dem Abtritt: US-Notenbankchefin Janet Yellen am Mittwoch in Washington. Quelle: Keystone

Der Schlüsselsatz zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld steigt um einen Viertelpunkt auf die neue Spanne von 1,25 bis 1,50.

Veröffentlicht am 14.12.2017

Die amerikanische Notenbank Fed hat die Leitzinsen um einen Viertelpunkt erhöht. Die Federal Funds Rate, zu der sich Banken gegenseitig über Nacht kurzfristige Kredite geben, steigt damit zum dritten Mal im Jahr 2017, teilte sie nach der Sitzung ihres Offenmarktausschusses in Washington mit.

2018 sollen drei weitere Schritte nach oben folgen, wie aus dem Zinsausblick der Währungshüter hervorgeht. Sie reagieren damit auf den konjunkturellen Aufschwung in den USA.

Normalisierung der Geldpolitik

Die Notenbank setzt ihren Kurs der Normalisierung ihrer Geldpolitik fort. Vorausgegangen war ein Jahrzehnt der extrem niedrigen Zinsen nahe der Nulllinie, mit dem Ziel, die Wirtschaft aus den Folgen der Finanzkrise zu führen.

Inzwischen wächst die amerikanische Wirtschaft stabil. Der Arbeitsmarkt wuchs im November um weitere 228'000 Stellen, die Arbeitslosenquote von 4,1 Prozent ist historisch niedrig. Die Fed rechnet auch für 2018 mit stabilen Konjunkturdaten.

Allerdings äusserte sich Yellen in ihrer letzten turnusmässigen Medienkonferenz als Fed-Chefin deutlich zurückhaltender als der gleichzeitig in Washington an die Öffentlichkeit getretene amerikanische Präsident Donald Trump. Während Trump ein Wachstum von vier Prozent im nächsten Jahr in Aussicht stellte, gehen die Experten der Federal Reserve von 2,5 in diesem und im nächsten Jahr aus.

Das bedeutet für 2018 eine leichte Anhebung der bisherigen Prognose. Yellen äusserte sich zudem skeptisch über die hohe Schuldenlast in den USA, die durch die geplante Steuerreform Trumps noch steigen wird. «Persönlich bin ich besorgt über die Schuldensituation», sagte Yellen. Die Verschuldung sei nicht extrem hoch, aber eben auch nicht niedrig.

Yellen tritt bald ab

Der Dollar war bereits in den vergangenen Tagen im Vergleich etwa zum Euro gestiegen. Ein Euro kostete am Mittwoch 1,1739 US-Dollar. Die Zinsentscheidung war an den Märkten seit längerer Zeit erwartet worden.

Die Zinsanhebung am Mittwoch war mit hoher Wahrscheinlichkeit die letzte Zinsänderung der Federal Reserve unter der Regie von Notenbankchefin Janet Yellen. Zwar steht kurz vor ihrem Abtritt am 31. Januar und 1. Februar nochmals eine zweitägige Sitzung des Offenmarktausschusses an. Dann wird jedoch keine Zinsänderung erwartet.

Anschliessend übernimmt Jerome Powell die Geschicke der amerikanischen Notenbank. Er war von Präsident Donald Trump vorgeschlagen und vom Senat bestätigt worden. Powell gilt als Vertrauter von Finanzminister Steven Mnuchin. An den Märkten wird deshalb darüber spekuliert, ob der Einfluss der amerikanischen Regierung auf die grundsätzlich unabhängig agierende Notenbank steigen könnte.

Chinesische Notenbank hebt Zinsen auch an

Auch die Zentralbank in China hat die Zinsen angehoben. Die kurz- und mittelfristigen Sätze wurden am Donnerstag allerdings nur um jeweils fünf Basispunkte angehoben. Analysten hatten nicht mit dem Schritt gerechnet, verwiesen allerdings auf die nur sehr geringe Anhebung. Zuletzt hatte die chinesische Zentralbank im März angehoben.

(sda/tdr)

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