Die US-Notenbank Fed lässt die Tür für eine Zinserhöhung im Dezember offen. Sie beliess den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld am Mittwoch zwar bei null bis 0,25 Prozent. Im Communiqué liess die Zentralbank allerdings eine Passage weg, mit der sie noch im September die aus dem Ausland drohenden Gefahren für die US-Wirtschaft beschrieben hatte.

An den Märkten herrscht Unsicherheit, ob US-Zentralbankchefin Janet Yellen die Zinswende im Dezember wagen oder die Entscheidung auf nächstes Jahr verschieben will. Sie hält die Zinsen seit dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise Ende 2008 auf dem historisch niedrigen Niveau nahe null. Die Fed-Entscheidung, daran nichts zu ändern, fiel mit neun zu eins Stimmen.

Starker Franken

Der Kurs des Schweizer Frankens hat sich nach dem neusten Zinsentscheid der US-Notenbank gegenüber dem Dollar und Euro spürbar bewegt. So gewann der Dollar gegenüber dem Franken markant an Wert. Das Währungspaar überschritt kurz nach Bekanntgabe des Entscheid und dessen Begründung die Marke von 0,99 und erreichte den höchsten Wert seit dem letzten März.

Am Abend kostete ein Dollar 0,9926 Franken. Händler verwiesen auf Aussagen der Fed, dass eine Zinserhöhung im Dezember möglich sei. Eine solche Erhöhung würde den Dollar als Anlagewährung gegenüber anderen Währungen attraktiver machen.

Schwache US-Aktien

Gegenüber dem Euro gewann der Franken hingegen gleichzeitig an Wert: Nachdem vor dem Zinsentscheid ein Euro mehr als 1,09 Franken gekostet hatte, fiel der Kurs danach auf gegen 1,08 Franken. Am Abend notierte das Währungspaar bei 1,0860 Franken.

Die Wall Street hat mit einer Berg- und Talfahrt reagiert und am Ende deutlich fester geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Plus von 1,1 Prozent bei 17'779 Punkten auf Tageshoch. Vor der Fed-Erklärung hatte er bei 17'700 gelegen, in den Minuten danach war er ins Minus gerutscht. Im späten Handel dann ging es wieder stetig bergauf.

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(reuters/sda/ise)