Die Folgen der Finanzkrise trüben nach Ansicht des Vizechefs der US-Notenbank Fed die Wachstumsaussichten nachhaltig. Die USA könnten langfristig wohl nur noch mit jährlichen Raten von zwei Prozent rechnen, mahnte Stanley Fischer am Montag.

In einem Redemanuskript für eine Konferenz in Schweden verwies er darauf, dass die Federal Reserve (Fed) noch 2009 einen vollen Prozentpunkt mehr veranschlagt habe. «Die weltweite konjunkturelle Erholung ist enttäuschend ausgefallen», resümierte Fischer, der als Stellvertreter von Fed-Chefin Janet Yellen als besonders einflussreicher Zentralbanker gilt.

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Strukturelle Probleme hemmen

Derzeit bremse zwar die noch immer nicht überwundene Krise am Häusermarkt die Entwicklung der US-Wirtschaft. Doch zu diesen vorübergehenden Hemmnissen kämen womöglich strukturelle Probleme. Darauf wiesen die schleppenden Fortschritte bei der Produktivität und der Beteiligung der Amerikaner am Erwerbsleben hin.

Auch Europa und die Schwellenländer kämpften noch immer mit den Auswirkungen der Finanzkrise. Diese begann 2007/08 mit einer geplatzten Immobilienpreisblase in den USA und liess die Weltwirtschaft einbrechen, die sich erst nach Jahren stabilisierte.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt der US-Wirtschaft für 2015 ein Wachstum von drei Prozent voraus, nach prognostizierten 1,7 Prozent im laufenden Jahr. Die globale Konjunktur soll nächstes Jahr um 4,0 Prozent zulegen.

(sda/vst/ama)