Die Aussicht auf eine baldige US-Zinserhöhung hat dem Dollar am Dienstag Auftrieb gegeben. Dies drückte den Euro zeitweise auf ein Fünf-Wochen-Tief von 1,0561 Dollar. Genährt wurden diese Spekulationen von Aussagen der US-Notenbankchefin Janet Yellen, die einen solchen Schritt auf einer der nächsten Fed-Sitzungen sei «wahrscheinlich angebracht» bezeichnete.

Die US-Zinsen müssen auch laut dem Währungshüter Jeffrey Lacker schneller steigen als an den Märkten derzeit allgemein erwartet wird. Die mit der Haushaltspolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump verbundene «erhöhte Unsicherheit» mache dies erforderlich, sagte der Chef des Fed-Ablegers in Richmond am Dienstag laut Redetext.

«Eher früher als später»

Der nächste geldpolitische Schritt nach oben «eher früher als später» kommen. Ansonsten müssten die Zinsen zu einem späteren Zeitpunkt wesentlich stärker angehoben werden. Die damit verbundenen Risiken gelte es durch ein zügiges Vorgehen zu vermeiden. Lacker ist dieses Jahr in dem über die Zinspolitik entscheidenden Offenmarktausschuss nicht stimmberechtigt. Er gilt als Vertreter einer straffen geldpolitischen Linie.

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Die US-Zentralbank Fed hatte den Leitzins im Dezember auf das aktuelle Niveau von 0,5 bis 0,75 Prozent angehoben. Sie hat drei weitere Erhöhungen für 2017 in Aussicht gestellt. An den Finanzmärkten werden jedoch eher zwei Schritte für möglich gehalten. Viele Investoren erwarten, dass die bereits rund laufende Konjunktur durch die Politik Trumps zusätzlich befeuert wird. Er plant radikale Steuersenkungen und Investitionen in Billionenhöhe.

(reuters/sda/chb)