Die Schweizer Wirtschaft rutscht entgegen den Erwartungen doch nicht in die Rezession. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal um 0,2 Prozent, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mitteilte.

Im ersten Quartal war das BIP noch um 0,2 Prozent geschrumpft. Analysten hatten erwartet, dass das BIP auch im zweiten Quartal zurückgeht. Nach zwei rückläufigen Quartalen hätte sich die Schweiz nach Leseart der meisten Ökonomen in einer Rezession befunden. Von einer solchen ist dann die Rede, wenn das BIP in zwei Quartalen in Folge sinkt.

Aussenhandel stützt

Dies ist nun nicht eingetreten. Der Aussenhandel mit Waren habe einen positiven Beitrag zur BIP-Entwicklung geliefert, heisst es in der Mitteilung des Seco. Mehr exportiert haben unter anderem die Uhren- und Bijouteriebranche sowie die Chemie- und Pharmaindustrie.

Auch der Konsum der Privathaushalte habe die Wirtschaft im zweiten Quartal gestützt. So sei etwa für Nahrungsmittel, Getränke, für die Gesundheit oder für Bekleidung mehr ausgegeben worden. Gespart wurde dagegen im Bereich Wohnen sowie bei Restaurant- und Hotelbesuchen.

Auch die verarbeitende Industrie generierte nach einem Rückgang im ersten Quartal wieder etwas mehr Wertschöpfung. Rückläufig war hingegen die Wertschöpfung im Gross- und Detailhandel sowie im Finanzsektor.

«Vollbremsung»

Der Frankenschock hat sich laut Seco-Ökonom Eric Scheidegger aber stark ausgewirkt. «Die Schweizer Wirtschaft machte eine Vollbremsung», sagte er der Nachrichtenagentur sda. Vor allem für den Detailhandel und das Gastgewerbe, aber auch für den Finanzsektor sei das erste halbe Jahr sehr schwierig gewesen.

Mit dem Minus von 0,2 Prozent im ersten und dem gleich hohen Plus im zweiten Quartal ergebe sich ein Null-Wachstum. «Im ersten Semester hat die Schweizer Wirtschaft stagniert», sagte Scheidegger.

(sda/chb)