Im vergangenen Monat haben in der Schweiz 420 Firmen Insolvenz angemeldet. Das sind 3,7 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Auf das Gesamtjahr dürften damit mehr Pleiten verzeichnet werden als 2016, schreibt die Gläubigervereinigung Creditreform.

Die Zahl der «echten» Firmeninsolvenzen werde bis Ende Jahr voraussichtlich auf 4710 ansteigen, teilte die Vereinigung am Mittwoch mit. Im Vorjahr waren es noch 4648.

Kantone mit vielen Insolvenzen

Besonders viele Insolvenzen seit Jahresbeginn verzeichneten die Kantone Glarus (71,4 Prozent) und Graubünden (59,1 Prozent). Aber auch in den Kantonen Nidwalden (44,4 Prozent) und Appenzell Innerrhoden (44,4 Prozent) gingen viele Firmen pleite. Insgesamt stieg die Zahl per Ende September auf 3534 Fälle (+1,7 Prozent).

Zu den Firmenkonkursen zählt Creditreform einerseits echte Firmeninsolvenzen, andererseits aber auch Konkurspublikationen aufgrund von Mängeln in der Organisation. Letztere miteingerechnet zählen die Behörden per Ende September sogar 4936 Firmenkonkurse (+1,4 Prozent)

Mehr Konkurse auch bei Privaten

Ebenfalls gestiegen war im September die Zahl der Privatkonkurse - und zwar um 8,7 Prozent auf 648 Fälle. Bis Ende Jahr werden es voraussichtlich 7780 Fälle sein und damit 4,6 Prozent mehr als im Vorjahr.

Allerdings sei die Zunahme ausschliesslich auf verstorbene Personen zurückzuführen, bei welchen die Erben den Nachlass ausschlagen, weil sie vermuten, dass die vorhandenen Schulden grösser sind als das Vermögen. Die Zahl solcher Fälle nahm auch im September um 13,2 Prozent auf 530 zu.

Erfreulich ist die Situation hingegen bei den lebenden Privaten. Hier wurden im September 7,8 Prozent weniger Pleiten angemeldet als im Vorjahr. Auch auf das gesamte Jahr wird mit einem Rückgang von 3 Prozent gerechnet.

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Neueintragungen nahe Rekordwert

Im Vergleich zu den Konkursen werden in der Schweiz aber auch mehr Firmen neu gegründet. Im September waren es 7,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Netto - also die Löschungen abgezogen - wuchs die Zahl der neu registrierten Firmen gar um 25 Prozent auf 1265.

Zwar geht die Vereinigung bis zum Jahreswechsel von etwas weniger Neueintragungen aus als noch vor drei Monaten. Dennoch rechnet sie bis zum Jahreswechsel mit über 43'000 neu eingetragenen Firmen. Besonders viele neu eingetragene Firmen verzeichneten bislang die Kantone Uri (+13,9 Prozent), Zug (13,7 Prozent), Schaffhausen (+13,6 Prozent) und Basel Land (+12,5 Prozent).

Abzüglich der prognostizierten Löschungen dürfte das Nettowachstum zum Jahresende auf knapp 14'000 Firmen ansteigen, heisst es weiter. Eine Schwelle, die laut Creditreform erst zwei Mal überschritten wurde, nämlich kurz vor der Finanzkrise in den Jahren 2007 und 2008.

(sda/cfr/me)