Deutschland könnte nach Einschätzung des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) an einer Rezession vorbeischrammen. Es sei zwar nicht ausgeschlossen, dass das Bruttoinlandprodukt (BIP) schrumpft, sagte IfW-Konjunkturforscher Jens Boysen-Hogrefe dem Magazin «Focus».

 

«Vieles spricht aber dafür, dass die Wirtschaft im ersten Quartal 2012 lediglich stagniert.» Die Lage in den USA habe sich offenbar verbessert und die deutschen Unternehmen schätzten ihre Lage derzeit nicht ausschliesslich schlecht ein, sagte er.

Das BIP war im vierten Quartal 2011 erstmals seit dem Höhepunkt der Finanzkrise vor drei Jahren wieder gefallen, und zwar um 0,25 Prozent. Nach gängiger Definition wird von Rezession gesprochen, wenn die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge zurückgeht.

Boysen-Hogrefe sagte, Deutschland erlebe derzeit eine deutliche konjunkturelle Abkühlung. Es bestünden aber gute Chancen, dass sich die Konjunktur im Laufe des Jahres erhole. Für das Gesamtjahr hat das Kieler Forschungsinstitut in seiner jüngsten Prognose im Dezember ein Wachstum von 0,5 Prozent vorhergesagt. Im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft um 3,0 Prozent gewachsen.

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(laf/sda)