Die Arbeitgeber in der Schweiz stehen beim Einstellen von neuem Personal auf die Bremse. Der sonst übliche Frühjahresaufschwung auf dem Arbeitsmarkt ist im ersten Vierteljahr 2015 fast vollständig ausgeblieben. Das zeigt der Adecco Swiss Job Market Index für das erste Quartal.

Der Franken-Schock wirke sich auf den Stellenmarkt aus, schrieb der Stellenvermittler dazu am Donnerstag. Vor allem Industriebetriebe suchen weniger neue Arbeitskräfte: Sie schrieben 9 Prozent weniger Stellen aus als im Dezember. Mehr Personal wurde im Frühjahr dagegen für Büro- und Verwaltungsberufe (+8 Prozent) gesucht.

Auch in der Sparte persönliche Dienstleistungen wurden mehr Mitarbeitende gesucht (+4 Prozent), besonders Reinigungskräfte. Leicht stieg die Nachfrage in Verkauf und Marketing, Medizin und soziale Dienstleistungen, Finanz – und Treuhandwesen sowie Technik und Informatik – sie bewegte sich zwischen 1 und 3 Prozent.

Mies im Vorjahresvergleich

Im Vergleich zum Vorjahr verschlechterte sich die Stimmung deutlich: Die Nachfrage nach neuem Personal ging um zweistellige Prozentsätze zurück. Den grössten Rückgang weist der Index für Management und Organisation (-26 Prozent) sowie für Industrie- und Bauberufe (-25 Prozent) aus.

Weniger freie Stellen gab es auch im Gastgewerbe. Kaum zurückgegangen ist die Nachfrage nach Pflegepersonal sowie nach Lehrerinnen und Lehrern. Auf tiefem Niveau, aber über dem Wert des Vorjahres lag die Nachfrage nach Personal im Finanz- und Treuhandbereich (+4 Prozent).

Unterschiede in Regionen

Je nach Region entwickelte sich der Stellenmarkt im ersten Quartal unterschiedlich: In der Genferseeregion gab es 7 Prozent weniger Ausschreibungen, und in der Ostschweiz blieb das Angebot praktisch unverändert (-1 Prozent). Zunahmen gab es in der Region Zürich (+6 Prozent), in der Nordwestschweiz (+4 Prozent) und in der Zentralschweiz (+3 Prozent).

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Im langfristigen Vergleich sei die Entwicklung im ersten Quartal zu relativieren, schrieb Adecco. Die Zahl der ausgeschriebenen Stellen bewege sich auf hohem Niveau: Sie hätten die Rekordwerte vor der Finanzkrise im Jahr 2008 erreicht.

(sda/ise/ama)