Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im Geschäftsjahr 2012 einen Milliardengewinn erzielt. Auf Konzernebene betrug der Überschuss aufgrund hoher Bewertungsgewinne auf Fremdwährungspositionen und auf Gold 6,9 Milliarden Franken, dies nach einem Gewinn von 13,1 Milliarden Franken im Vorjahr.

Im Stammhaus resultierte dabei ein Gewinn von sechs Milliarden Franken, bestätigte die SNB erste Angaben vom Januar. Die Fremdwährungspositionen hätten mit einem positiven Ergebnis von 4,5 Milliarden einen wichtigen Beitrag zum Konzerngewinn geleistet. Dabei seien die Erträge und Kurserfolge auf Zinspapieren und -instrumenten mit 8,4 Milliarden und diejenige auf Beteiligungspapieren und -instrumenten mit 6,7 Milliarden Franken die wesentlichsten Komponenten gewesen. Sie lagen in der Summe deutlich höher als die wechselkursbedingten Verluste von 10,6 Milliarden Franken.

Gewinne mit toxischen Papieren

Der Bewertungsgewinn auf dem Goldbestand von 1'040 Tonnen belief sich auf 1,4 Milliarden. Der Goldpreis pro Kilo habe sich im vergangenen Jahr nochmals leicht auf 48'815 Franken nach zuvor 47'473 Franken erhöht, hiess es. Der von der SNB im Jahr 2008 mit toxischen Papieren der UBS gegründete Stabilisierungsfonds erzielte auch im Jahr 2012 ein positives Ergebnis. Der Gewinn betrug zwei Milliarden nach 0,4 Milliarden Franken im Vorjahr. Die Anlagen des Fonds hätten von einer positiven Marktentwicklung an den Verbriefungsmärkten profitiert.

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Unter Berücksichtigung der weiteren Erfolgskomponenten und der Verlustabsicherungen trug der Stabilisierungsfonds 939 Millionen Franken zum Konzernergebnis bei. Das von der SNB für den Stabfund gewährte Darlehen wurde in der Berichtsperiode von 7,6 Milliarden auf unter 4,4 Milliarden reduziert. Die zusätzlich bestehenden Eventualverpflichtungen sanken um 61 Millionen auf 750 Millionen Franken.

Dividende von 1,5 Millionen

Nach der Zuweisung von 3,6 Milliarden Franken an die Rückstellungen für Währungsreserven verbleibt ein ausschüttbarer Gewinn von 2,4 Milliarden. Davon würden vereinbarungsgemäss 1 Milliarde Franken an Bund und Kantone überwiesen. Die verbleibenden 1,4 Milliarden Franken erhöhen die Ausschüttungsreserve auf 5,3 Milliarden. Zusätzlich soll die jährliche Dividende von 1,5 Millionen ausgeschüttet werden. Der ausführliche Finanzbericht wird am 4. April 2013 im Geschäftsbericht der Schweizerischen Nationalbank publiziert.

Derweil hat die Schweizerische Nationalbank im vergangenen Jahr 2012 zur Sicherstellung des Euro-Mindestkurses von 1,20 Franken Fremdwährungen im Gegenwert von 188 Milliarden Franken erworben. Dies geht aus dem veröffentlichten Rechenschaftsbericht der SNB hervor. Die Devisengeschäfte werden demnach mit einem breiten Kreis von Gegenparteien im In- und Ausland abgeschlossen. Die Nationalbank akzeptiere global weit über hundert Banken als Gegenparteien und decke mit diesem Beziehungsnetz den relevanten Interbankenmarkt ab, hiess es.

Käufe im Mai und Juli

Die SNB hat den Euro-Mindestkurs am 6. September 2011 eingeführt und ist seither bereit, zu dessen Durchsetzung «nötigenfalls unbeschränkt Devisenkäufe zu tätigen». 2011 hatte die SNB so Devisen im Gegenwert von 17,8 Milliarden Franken erworben. Aufgrund der Entwicklung der Devisenreserven dürften die Devisenkäufe des letzten Jahr hauptsächlich in den Monaten Mai bis Juli stattgefunden haben.

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(muv/tke/awp)