1. Home
  2. Frankenschock belastet Arbeitsmarkt weiter

Düster
Frankenschock belastet Arbeitsmarkt weiter

Passanten in Zürich:

Der Schweizer Arbeitsmarkt hat sich laut der KOF noch nicht von der Frankenstärke erholt. Der Beschäftigungsindikator ist weiter gesunken. Unternehmen dürften künftig vermehrt Stellen abbauen.

Veröffentlicht am 02.11.2015

Der Arbeitsmarkt in der Schweiz bleibt gemäss KOF-Beschäftigungsindikator weiter unter Druck. Der Indikator, der eine frühe Einschätzung der Lage auf dem Arbeitsmarkt ermöglichen soll, sank im vierten Quartal 2015 auf einen Wert von -6,4 Punkten und hat sich damit gegenüber dem dritten Quartal (-6,3, revidiert von -6,1) nur wenig verändert.

Der Anteil jener Unternehmen, welche die Zahl ihrer Beschäftigten als zu hoch einschätzen, ist gemäss der Umfrage vom Oktober derzeit grösser als der Anteil jener, die diese als zu tief beurteilen. Für die nahe Zukunft planen die Unternehmen somit eher einen Stellenabbau als einen Stellenaufbau.

Frankenschock noch nicht verdaut

«Der Schweizer Arbeitsmarkt hat den Frankenschock noch nicht verdaut», so die Ökonomen der KOF in der Mitteilung. Die Beschäftigungsentwicklung am Schweizer Arbeitsmarkt dürfte auch in den nächsten Monaten schleppend verlaufen.

Die Exportbranchen seien am stärksten belastet. Die Arbeitsmarktlage gestalte sich in den meisten Branchen schwierig. Besonders trüb bleibe die Lage im Verarbeitenden Gewerbe und im Gastgewerbe - in Branchen also, die besonders unter der schwachen Exportentwicklung leiden, heisst es weiter. Auch bei den Banken und neuerdings im Versicherungsgewerbe verlaufe die Beschäftigungssituation schleppend.

Dienstleistungsbranche stützt

Im Gross- und Detailhandel hätten sich die Beschäftigungsindikatoren stabilisiert, blieben aber trotzdem trüb. Die Branchenindikatoren seien hier klar im negativen Bereich, nachdem sie im Vorquartal unter den Wert gefallen waren, den sie während der globalen Rezession im Jahr 2009 aufgewiesen hatten.

Stützen dürften die gesamtschweizerische Beschäftigungsentwicklung weiterhin die wissensintensiven Dienstleistungsbranchen. Dazu zählen unter anderem das Verkehrswesen, die Information und Kommunikation, das Grundstücks- und Wohnungswesen, und das Gesundheits- und Sozialwesen.

(awp/dbe/hon)

Anzeige