Die Schweizer Reisemanager prognostizieren per Saldo für das Jahr 2015 einen steigenden Trend bei den Geschäftsreisen. 29 Prozent der Travel Manager und damit 2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr gehen von einer Zunahme der Geschäftsreisen aus, wie das Travel Management-Unternehmen AirPlus International Schweiz am Freitag mitteilt. 53 Prozent der Befragten erwarten keine Veränderung und lediglich 13 Prozent einen Rückgang.

Knapp die Hälfte der rund 1000 befragten Teilnehmer sieht gleichzeitig die Erhöhung der Ausgaben als grösste Herausforderung. So rechnen 44 Prozent mit steigenden Kosten, 46 Prozent mit stabilen und 9 Prozent mit rückläufigen. Damit reihe sich die Schweiz in den globalen Konsens über die Entwicklung im Geschäftsreisebereich ein, welcher insgesamt eine Zunahme sowohl der Anzahl Reisen als auch der Kosten vorhersage. Zuletzt hätten sich global gesehen die Annahmen für die zu erwartende Reisetätigkeit kurz vor Ausbruch der weltweiten Rezession 2008 auf einem ähnlich hohen Niveau bewegt.

Frankenstärke hat keinen Einfluss

AirPlus ging unter anderem auch der Frage nach, ob der starke Schweizer Franken das Reiseverhalten hierzulande beeinflusse. «In den zwei Monaten seit Aufhebung des Mindestkurses haben wir noch keine signifikanten Änderungen im Reiseverhalten unserer Kunden festgestellt», sagte Klaus Stapel, Geschäftsführer AirPlus International Schweiz, am Freitag vor den Medien in Zürich.

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Er rechnet allerdings damit, dass noch Reaktionen folgen werden, da die Auftragsbücher in den verschiedenen Branchen unterschiedlich gefüllt seien. Auf die Frage, in welche Richtung er die Entwicklung erwarte, meinte er: «Eine Prognose ist schwierig, aber tendenziell dürfte die Zahl der Flüge in diesem Zusammenhang wohl eher zurückgehen.» AirPlus will später im Jahr diesen Aspekt noch einmal untersuchen.

Gut ins neue Jahr gestartet

Global gesehen ist AirPlus mit dem Start ins neue Geschäftsjahr zufrieden. «Wir sind gut ins Jahr gestartet und optimistisch für 2015», erklärte Patrick Diemer, CEO von AirPlus International. Per Ende Februar lag das über AirPlus abgewickelte Transaktionsvolumen um gut 5 Prozent über dem Vorjahr.

Dieses nahm 2014 um gut 7 Prozent auf 12,7 Milliarden Euro zu, woraus sich für AirPlus Umsatzerlöse von 320 Millionen Euro ergaben, ebenfalls einem Plus von rund 7 Prozent entsprechend. Das Vorsteuerergebnis verdoppelte sich auf gut 40 Millionen Euro, wobei dies auch auf weggefallene Sondereffekte aus dem Vorjahr zurückzuführen sei, wie Diemer anfügte.

Höheres Geschäftsreisevolumen

Das Geschäftsreisevolumen von AirPlus in der Schweiz legte 2014 um 5 Prozent zu. Dabei erhöhte sich die Anzahl verkaufter Flugtickets um gut 4 Prozent und die Anzahl Bahntickets um gegen 7 Prozent. Der durchschnittlich für ein Flugticket bezahlte Preis ging dagegen um gut 6 Prozent zurück, während jener für ein Bahnbillet stabil blieb. Rückläufig waren die Buchungen für Mietwagen, dies allerding zu einem höheren Durchschnittspreis, während die Zahl der Hotelbuchungen bei unveränderten Preisen deutlich zunahm. Dies erklärte Diemer allerdings mit einem veränderten Buchungsverhalten der Kunden. Die Unternehmen würden heute vermehrt auch Hoteldienstleistungen über die Firmenkarten abwickeln.

Eine Herausforderung für AirPlus sind im laufenden Jahr die anstehenden Veränderungen der Regulierungen in Europa und in der Schweiz, unter anderem die Anpassungen der Interchange Fee Regulierung, welche von AirPlus eine Anpassung der Produkte erfordert.

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AirPlus ist auf Bezahl- und Abrechnungsprodukte für Geschäftsreisen spezialisiert. Die Schweizer Gesellschaft ist eine Tochter der zur Lufthansa und zur Bayerischen Landesbank gehörenden AirPlus International. Die Schweiz gehört nebst Deutschland, Frankreich und Italien zu den vier wichtigsten Märkten von AirPlus.

(awp/ise)