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Ansiedelung
Frankfurt profitiert vom Brexit: Zwei neue Banken

Frankfurt: Die Metropole ist Deutschlands Finanzzentrum. Keystone

Frankfurt könnte zur Nutzniesserin des Brexit werden: Zwei grosse asiatische Banken wollen sich in Deutschlands Finanzmetropole ansiedeln. Das soll erst der Anfang sein.

Veröffentlicht am 28.02.2017

Zwei asiatische Geldhäuser zieht es wegen des Austritts Grossbritanniens aus der EU nach Deutschland. «Ich weiss, dass eine grosse japanische und eine grosse indische Bank Geschäfte in Frankfurt ansiedeln wollen«, sagte Hubertus Väth, Geschäftsführer des Standortvermarkters Frankfurt Main Finance, am Dienstag. «Beim japanischen Geldhaus geht es um eine hohe zweistellige Zahl an Arbeitsplätzen, beim indischen um eine niedrige dreistellige Zahl.» Väth geht davon aus, dass viele Institute noch im März entscheiden werden, wie sie auf den Brexit reagieren. Ob und wann das ganze kommuniziert werde, sei aber schwer vorherzusagen.

«Ich bin zuversichtlich, dass von den grössten fünf amerikanischen Banken wegen des Brexit drei Geschäfte nach Frankfurt verlagern werden», betonte Väth. Zu den US-Instituten, die einen Umzug an den Main erwägen, zählen Citigroup und Finanzkreisen zufolge auch Goldman Sachs. Morgan Stanley besitzt ebenfalls bereits eine Vollbanklizenz in Deutschland, was eine Verlagerung von Geschäften in die Bundesrepublik erleichtern würde.

EU verlässt wohl den Binnenmarkt

Grossbritannien wird nach dem Ausritt aus der EU ab 2019 aller Voraussicht nach nicht mehr Teil des EU-Binnenmarkts sein. Banken können dann von London aus keine Produkte mehr in den übrigen 27 EU-Staaten verkaufen. Dafür brauchen sie eine Banklizenz in einem anderen EU-Land, beispielsweise in Deutschland. Frankfurt will davon profitieren. «Ich bin zuversichtlich, dass wir in der Finanzbranche in Frankfurt Ende des Jahres wegen des Brexit etwa 1000 zusätzliche Arbeitsplätze haben werden – und 2021 dann rund 10’000 Stellen», sagte Väth.

(reuters/mbü)

 

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