Trotz des deutlichen Protests aus Deutschland beharrt Frankreich auf Massnahmen zur Senkung des Euro-Kurses. «Laut den EU-Verträgen ist die ganze Wechselkurspolitik ein Thema für politische Vertreter», sagte der französische Wirtschaftsminister Arnaud Montebourg vor dem Parlament in Paris. Dies gelte insbesondere für die Runde der EU-Finanzminister (Euro-Gruppe).

Eine Absenkung des Wechselkurses um zehn Prozent würde nach Montebourgs Darstellung das französische Bruttoinlandsprodukt in einem Jahr um 0,6 Prozentpunkte erhöhen und um 1,2 Prozentpunkte über drei Jahre. Auf diese Weise könnten 150'000 Arbeitsplätze geschaffen werden, sagte er.

Eine Reihe von Initiativen in petto

In Frankreich haben die Wirtschaft und Ministerpräsident Manuel Valls in den vergangenen Tagen Möglichkeiten gefordert, um gegen die Stärke des Euro vorgehen zu können. Präsident Francois Hollande soll nach der Europawahl dazu eine Reihe Initiativen starten. Die Bundesregierung lehnt eine politische Einflussnahme ab und verweist auf die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB). Der Euro hat seit Juli 2012 um 14 Prozent zum Dollar zugelegt.

(reuters/chb)