Die französische Regierung hat die Forderung nach einer gezielten Schwächung des Euro bekräftigt. Es müsse eine angemessenere Geldpolitik geben, denn die Gemeinschaftswährung sei derzeit zu hoch bewertet, sagte Ministerpräsident Manuel Valls im französischen Parlament.

Darüber werde Präsident François Hollande mit der Europäischen Union verhandeln, nachdem Ende Mai das neue EU-Parlament gewählt sei. Auch müsse die EU wachstumsfördernde Massnahmen beschliessen.

Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt

Vergangene Woche hatte bereits der französische Finanzminister Michel Sapin über den aus seiner Sicht zu hohen Euro-Kurs geklagt. Der Kurs der Gemeinschaftswährung ist in den vergangenen zwölf Monaten langsam, aber stetig von etwa 1,28 auf 1,38 Dollar gestiegen. In den Jahren 2009 und 2011 mussten allerdings zeitweise mehr als 1,45 Dollar pro Euro gezahlt werden.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hatte jüngst für den Fall eines weiteren Euro-Anstiegs eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt. Der Hauptgrund dafür ist, dass die Euro-Stärke der EZB im Kampf gegen das aus ihrer Sicht zu niedrige Preisniveau ungelegen kommt.

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Gefahr einer Deflation

Ein starker Euro macht Importe aus anderen Währungsgebieten billiger. Das erhöht die Gefahr einer konjunkturschädlichen Deflation. Die Inflationsrate war im März auf 0,5 Prozent abgesackt und liegt damit weit unter dem Ziel der EZB von knapp zwei Prozent.

(sda/dbe)