Frankreichs Regierung wird immer pessimistischer und schliesst eine schrumpfende Wirtschaftsleistung in diesem Jahr nicht mehr aus. «Wir kennen alle den Trend», sagte Finanzminister Pierre Moscovici in einem am Samstag veröffentlichten Interview mit mehreren Regionalzeitungen.

«In diesem Jahr wird das Wachstum schwach sein, zwischen minus 0,1 Prozent und plus 0,1 Prozent.» Weitere Details wolle er am 25. September veröffentlichen.

Die jüngste Regierungsprognose aus dem April geht für 2013 noch von plus 0,1 Prozent aus, was viele Ökonomen aber für zu optimistisch halten. Der Internationale Währungsfonds rechnet mit einem Rückgang um 0,2 Prozent. Von Reuters befragte Analysten erwarten sogar ein Minus von 0,3 Prozent. Fortschritte soll es spätestens kommendes Jahr geben.

Noch hängt die nach Deutschland zweitgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone aber in der Rezession fest, nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2013 und zuvor schon im vierten Quartal 2012 um jeweils 0,2 Prozent zurückgegangen war. Daten für den Zeitraum April bis Juni werden nächsten Mittwoch erwartet. Ökonomen rechnen mit einem Plus von 0,2 Prozent.

Deutschland dürfte aber die Konjunktur-Lokomotive in der Euro-Zone bleiben. Hier rechnen die Experten mit einem Zuwachs von 0,6 Prozent im zweiten Quartal. Die Bundesregierung ist mit 0,75 Prozent noch optimistischer. Damit dürfte das BIP hierzulande so stark zugelegt haben wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Die erste Schätzung des Statistischen Bundesamtes wird ebenfalls am Mittwoch erwartet.

(chb/sda)