Frankreich hat die Schliessung des umstrittenen Atomkraftwerks Fessenheim rund 40 Kilometer nördlich von Basel besiegelt. Ein entsprechendes Dekret wurde am Sonntag im Amtsblatt veröffentlicht, wie Energie- und Umweltministerin Ségolène Royal via Twitter mitteilte.

Die Sozialistin hatte den Schritt bereits vor einigen Tagen angekündigt und die Abschaltung für 2018 versprochen. Die Anordnung macht die Schliessung allerdings von der Inbetriebnahme eines modernen Europäischen Druckwasserreaktors (EPR) in Flamanville abhängig. Diese dürfte frühestens 2019 erfolgen.

Bau von Werk mit Flamanville mit Problemen

Der EPR-Reaktor in Flamanville hätte ursprünglich schon 2012 in Betrieb gehen sollen, bei seinem Bau traten aber immer neue Schwierigkeiten auf. Frankreichs Präsident François Hollande hatte ursprünglich versprochen, die beiden 40 Jahre alten Reaktoren von Fessenheim bis Ende 2016 abzuschalten.

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Der Verwaltungsrat des Stromkonzerns EDF hatte am Donnerstag beschlossen, dass ein Antrag auf einen Entzug der Betriebserlaubnis von Fessenheim erst «in den sechs Monaten» vor der Inbetriebnahme des Flamanville-Reaktors eingereicht werden soll.

Kritiker sehen Erdbebengefahr

Umweltschützer sehen das älteste französische Atomkraftwerk schon lange als Sicherheitsrisiko. Immer wieder kommt es zu Pannen und Zwischenfällen. Kritiker verweisen zudem auf die Gefahr von Erdbeben in der Region.

(sda/mbü)