Die Stimmung der französischen Unternehmen ist so gut wie seit 2011 nicht mehr. Der Index für das Geschäftsklima kletterte im August um einen Punkt auf 100 Zähler und erreichte damit wieder das langjährige Durchschnittsniveau, wie das nationale Statistikamt Insee mitteilte.

Das Barometer allein für die Industrie stieg wider Erwarten leicht auf 103 Punkte, nach 102 Zählern im Vormonat. Allerdings gab es auch einen Wermutstropfen: Denn wie aus einer Insee-Umfrage hervorgeht, wollen die Betriebe ihre Investitionen 2015 nur um zwei Prozent hochfahren. Im April hatten sie noch ein Plus von sieben Prozent in Aussicht gestellt.

Wirtschaft soll 2015 wachsen

Die bessere Stimmung der Unternehmen signalisiert nach Einschätzung von Finanzminister Michel Sapin, dass die Flaute im zweiten Quartal nur vorübergehend gewesen sei. «Diese Umfragen stützen unsere Prognose, dass die Wirtschaft 2015 um ein Prozent wächst und der Jobaufbau zunimmt», sagte Sapin der Nachrichtenagentur Reuters.

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Frankreichs Wirtschaft hat im Frühjahr überraschend stagniert. Die nach Deutschland zweitgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone kämpft mit einer hohen Arbeitslosigkeit. Im Juni war die Zahl der Arbeitslosen auf den Rekordwert von 3,55 Millionen gestiegen. Im Juli gab es zwar erstmals seit Januar einen Rückgang, dieser fiel mit 1900 allerdings sehr gering aus.

Ein weiterer Beleg für Frankreichs aktuelle Wirtschaftsschwäche: Deutschlands Nachbar verliert nach mehr als einem halben Jahrhundert seinen Status als grösster Absatzmarkt der deutschen Wirtschaft. Die USA haben Frankreich im ersten Halbjahr 2015 dank eines rasanten Wachstums erstmals als wichtigster Abnehmer für Waren «Made in Germany» abgelöst.

(retuers/dbe/ama)