Während sich in der Eurozone Länder wie Spanien wirtschaftlich berappeln und Deutschland schon länger solide wächst, sieht es in Frankreich weiter mau aus: Die Wirtschaft der zweitgrössten Volkswirtschaft im Euroraum ist im Frühjahr nicht gewachsen. Wie das Statistikamt Insee am Mittwoch in Paris mitteilte, hatte das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal des laufenden Jahres gegenüber dem Vorquartal stagniert. Vorläufige Daten wurden damit bestätigt. Im Jahresvergleich wuchs die französische Wirtschaft des Euroraums um 1,1 Prozent. Das sind 0,1 Punkte mehr als bisher errechnet.

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Besonders negativ schlug sich eine schlechte Entwicklung beim Konsum der privaten Haushalte in den Zahlen nieder. Während er im ersten Quartal noch mit einem Wachstum von 0,9 Prozent wesentlich zum Gesamtwachstum von 0,7 Prozent im Quartalsvergleich beigetragen hatte, stagnierten die privaten Konsumausgaben zur Jahresmitte.

Kreditwürdigkeit herabgestüft

Erst am Freitag hatte die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit Frankreichs auf die nur noch drittbeste Note herabgestuft. Die Bonitätswächter zeichnen ein düsteres Bild von dem unter Reformdruck stehenden Land: Die Wachstumsaussichten seien schwach und werden sich für den Rest des Jahrzehnts nicht verbessern. Mit Blick auf die hohen Staatsschulden sieht die Ratingagentur die Entwicklungen mit Sorge. Frankreich kämpft seit längerem mit stagnierendem Wachstum und hoher Arbeitslosigkeit.

(awp/dbe)