Irland wagt sich erstmals seit Verlassen des Rettungsschirms wieder an den Kapitalmarkt. Der Inselstaat will eine zehnjährige Anleihe begeben, wie die Finanzagentur NTMA mitteilte. Die Agentur nannte weder ein Datum noch ein Volumen für die geplante Emission. Händler sagten, dass innerhalb von wenigen Tagen mit dem Schritt zu rechnen sei.

Aus mit der Transaktion vertrauten Kreisen verlautete, dass der Bond rund drei Milliarden Euro schwer werden dürfte. Als Konsortialführer benannte die Agentur unter anderen Deutsche Bank, Barclays, Morgan Stanley und Danske Bank.

85 Milliarden Euro gegen die Staatspleite

Irland hatte Mitte Dezember als erster Krisenstaat den Euro-Rettungsschirm verlassen. Das Euro-Mitgliedsland musste vor drei Jahren mit 85 Milliarden Euro von EU und Internationalem Währungsfonds vor der Staatspleite bewahrt werden. Seither hat das Land harte Sparmassnahmen verabschiedet, um die Finanzen wieder in den Griff zu bekommen.

2015 soll sich das Staatsdefizit nach Prognose der EU-Kommission mit drei Prozent wieder im erlaubten Rahmen bewegen. Bis dahin ist das nur 4,6 Millionen Einwohner zählende Land durchfinanziert, da es sich in den vergangenen anderthalb Jahren mit Geld am Kapitalmarkt eingedeckt hat. Im März 2013 hatte Irland einen zehnjährigen Bond über rund fünf Milliarden Euro begeben.

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Irland gilt als Vorbild für Griechenland, Portugal und Zypern, die ebenfalls mit vielen Milliarden vor der Pleite gerettet werden mussten. Zudem erhielt Spanien viel Geld, um seine maroden Banken zu sanieren. Von allen Krisenstaaten steht Irland am besten da.

(reuters/vst/jev)