Die Messlatte lag hoch nach dem zweitbesten Autojahr aller Zeiten. Insgesamt 330'000 neue Fahrzeuge kauften die Schweizerinnen und Schweizer 2012. Nun manifestiert sich, dass die Branche dieses Niveau in diesem Jahr weit verfehlen wird: Sie befürchtet einen zweistelligen Einbruch. Erstmals äussert sich der Branchenverband nun öffentlich zu den weiteren Aussichten. Auto Schweiz blick zuversichtlich auf 2014. «Ich gehe davon aus, dass der Rückgang 2013 eine Ausnahme bleibt», sagt Direktor Andreas Burgener.

Im internationalen Vergleich geht es den Schweizer Konsumenten vergleichsweise gut. Manche Prognostiker wähnen die Wirtschaft sogar in einem «Superzyklus». Für die Schweizer Autoverkäufer gilt das momentan nicht: Um fast 9,7 Prozent sank die Zahl der abgesetzten Fahrzeuge von Januar bis August im Vergleich zum Vorjahr. Statt 224'000 wurden nur noch gut 203'000 Autos verkauft, wie Auto Schweiz dieser Tage meldete.

Schweizer Autoverkäufe liegen 2013 weit unter EU-Schnitt

Europaweit ging der Absatz seit Jahresbeginn lediglich in vier der beobachteten 30 Ländern stärker zurück, wie die ebenfalls am Dienstag veröffentlichte Statistik des Europäischen Autoverbands ACEA in Brüssel zeigt. Zum Vergleich: Im Schnitt der 27 EU-Länder gab es «nur» ein Minus von 5,2 Prozent.

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Dabei macht den Schweizer Verkäufern vor allem das ausserordentlich gute Vorjahr zu schaffen. Viele Konsumenten kauften 2012  ein neues Auto, bevor die Strafgebühr für Fahrzeuge mit hohen CO2-Emissionen im Juli eingeführt wurde. Das führte seinerzeit zum besten Monatsergebnis aller Zeiten. Hinzu kam der starke Franken, der Importe aus Deutschland und anderen Ländern stark vergünstigte. Am Ende des Jahres war klar: Nur 1989 lief es mit 335'000 immatrikulierten Autos besser als 2012.

Branchenverband: 2014 geht es wieder aufwärts

Das Problem: Die wegen Einführung der Strafgebühr vorgezogenen Käufe belasten laut Auto-Schweiz-Direktor Burgener das Ergebnis bis in dieses Jahr hinein. Die Branche kämpft mit dem schwindenden Absatz: Die Listenpreise für Neufahrzeuge wurden bereits gesenkt. Fürs laufende Jahr hält der Branchenverband an seiner bestehenden Prognose von 295'000 verkauften Neufahrzeugen fest - das entspräche einem Minus von über 10 Prozent. Immerhin, so Burgener, könnte der Rückgang am Ende auch nur bei 8 Prozent liegen.

Denn die Aussichten hätten sich inzwischen gebessert. «Die Schweizer Wirtschaft ist robust – Bauwirtschaft und Exporte laufen gut», sagte er. Noch sei es zwar etwas früh für eine Prognose - offiziell wird Auto Schweiz die Vorhersage für 2014 erst Ende Oktober veröffentlichen. Bereits jetzt ist jedoch klar: 2013 soll eine Ausnahme bleiben nach dem ausserordentlich erfolgreichen Vorjahr. «2014 dürften dann auch wieder mehr Autos verkauft werden als in diesem Jahr», so Burgener.