Wie teuer das Schweizer Private Banking ist, untersuchte der Online-Vergleichsdienst mit einer Analyse von Produkten der Vermögensverwaltung und Anlageberatung der wichtigsten Schweizer Universal- und Kantonalbanken.

Die Erhebung kommt zum Schluss, dass die Schweizer Vermögensverwaltung teuer ist. Für die Verwaltung eines Aktien-Portfolios müssten jährlich bis zu 2 Prozent der investierten Summe bezahlt werden.

Grosse Kostenunterschiede

Die Kostenunterschiede zwischen den einzelnen Instituten seien bemerkenswert, heisst es. Beispielsweise zahle man für ein Aktien-Portfolio mit hohem Risikoprofil und einer Anlagesumme von 250'000 Franken bei einem digitalen Vermögensverwalter wie True Wealth pro Jahr 1250 Franken, bei der Migros Bank 3125 Franken, bei der Credit Suisse 3375 Franken, bei der UBS 5000 Franken.

Die günstigsten Angebote offerieren laut moneyland.ch digitale Vermögensverwalter. Bei True Wealth koste die Vermögensverwaltung unabhängig von der Zusammensetzung des Portfolios 0,5 Prozent des Anlagebetrags. Andere digitale Vermögensverwalter wie der Hypomat der Glarner Kantonalbank seien mit 0,6 Prozent ähnlich günstig.

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Günstige Robo Advisors

Robo Advisors seien zwar günstig, bieten aber in der Regel keine Anlageberatung an. «Allerdings offerieren auch traditionelle Banken in der Regel nur für sehr reiche Kunden mit einem Anlagebetrag von mehreren Millionen Franken eine individuelle Betreuung», meint dazu Moneyland-Chef Benjamin Manz.

«Die Kosten sind das wichtigste Entscheidungskriterium bei der Wahl der richtigen Vermögensverwaltung», so Moneyland-Analyst Felix Oeschger. Das Kriterium der vergangenen Performance sei zwar ebenfalls entscheidend, werde aber häufig missverstanden und überschätzt. Zahlreiche Studien hätten gezeigt, dass die zurückliegende Performance «keinen konsistenten Einfluss» auf die zukünftige Performance habe. Hohe Kosten hätten hingegen eine konstant negative Wirkung auf die Rendite.

Intransparenz als Geschäftsmodell

Da sich die Banken der hohen Bedeutung von Gebühren bewusst seien, würden einigen Instituten diese nicht publizieren und nur auf Anfrage bekannt geben. Bei Schweizer Privatbanken gehöre diese Intransparenz sogar zum Standard, heisst es weiter. Das sei jedoch nicht verwunderlich, da die Gebühren der Privatbanken in der Regel noch höher seien als bei den Retailbanken. Gerade Privatbanken befürchteten daher, dass mehr Transparenz dem Geschäft abträglich sei.

Für den Vergleich hat moneyland.ch Pauschalangebote verglichen, die Verwaltungs-, Depot- und allfällige Beratungsgebühren enthalten. Nicht enthalten seien Steuern, Börsen- sowie Produktgebühren sowie Kosten von Anlagefonds.

(awp/ise/gku)