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Beruhigung
Gefahr einer Immobilienblase schwächt sich ab

Immobilienmarkt: «Es besteht kein Grund zur Sorge.» (Bild: Keystone)

Laut einer Studie hat sich der Schweizer Immobilienmarkt weiter abgekühlt. Für Städte wie Zürich und Genf gebe es eine Entwarnung. Erhöhtes Risiko bestehe allerdings bei gewissen Einzugsgebieten.

Veröffentlicht am 29.01.2014

Die Zahl an «kritischen» Bezirken mit starken Anzeichen einer Immobilienblase ist von 3 auf 1 gesunken. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der ETH-Zürich und des Vergleichsdienstes comparis.ch.

Die Dynamik der angebotenen Verkaufspreise in Bülach ZH zeigt zwar starke Anzeichen einer spekulativen Blase, wie es im dritten «Immobilien-Report» heisst. Dennoch ist weiterhin kein verhängnisvoller Crash zu erwarten. Nicht mehr «kritisch» eingestuft werden dagegen die Bezirke Baden AG und Dielsdorf ZH.

«Kein Grund zur Sorge»

«Es besteht kein Grund zur Sorge, die heissen Regionen im Immobilienmarkt kühlen sich allmählich wieder ab», wird Studienleiter Didier Sornette von der ETH Zürich zitiert. Allerdings ist mit einer allmählichen Abflachung des Preisanstiegs oder stagnierenden Preisen zu rechnen.

Bei der Studie stützt sich Sornette auf Angebotspreise von über einer Million Häusern und Wohnungen, die seit 2005 auf comparis.ch ausgeschrieben wurden. Das Modell beruht dabei nicht auf den absoluten Preisen, sondern auf der Preisdynamik.

Einzugsgebiet beliebter Wohnlagen rücken in Fokus

Auf der nach «kritisch» zweithöchsten Stufe «zu überwachen» führt die Studie neben Baden und Dielsdorf die Bezirke Pfäffikon ZH, See-Gaster SG, Hochdorf LU und Locarno TI.

Zur Kategorie «zu beobachten» zählen die Wissenschaftler Gebiete in der Region Zürich und Zürichsee (Hinwil, Horgen, Uster, Höfe, March), Bezirke im Einzugsgebiet beliebter Wohnlagen (Aarau, Baden, Lenzburg, Münchwilen in der Deutschschweiz und Monthey in der Romandie) sowie Lausanne.

«Entwarnung» geben die Studienautoren für das Gebiet Jura-Nord vaudois, das im letzten Bericht noch mit «zu beobachten» eingestuft worden war. Dank der moderateren Preisentwicklung sehen die Forscher keine Anzeichen einer Immobilienblase mehr.

Zürich und Genf teuer, aber stabil

Keine Immobilienblase sehen die Forscher dagegen in Zürich und in Genf. Die Haus- und Wohnungspreise seien im untersuchten Zeitraum zwar gestiegen, aber «nicht schneller als exponentiell».

Preissteigerungen gehen auch andernorts in der Schweiz ohne eine Immobilienblase einher. Einen enormen Preisschub seit 2007 verzeichnet etwa der Walliser Bezirk Entremont, wo der Preis pro Quadratmeter für Wohnungen seit 2007 um 104 Prozent gestiegen ist.

In den übrigen aufgelisteten Bezirken beträgt der Anstieg zwischen 58 und 74 Prozent. Die Hälfte dieser «Hot-Spots» liegt an Seen.

(sda/dbe/sim)

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