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Zunahme
Geldwäscherei: Mehr Fälle in Liechtenstein

Liechtenstein: Meist stehen Vermögensdelikte im Vordergrund. Keystone

Fast ein Viertel mehr Verdachtsmitteilungen wegen Geldwäscherei sind im letzten Jahr in Liechtenstein eingegangen. Die meisten Meldungen wurden von Banken gemacht.

Veröffentlicht am 30.05.2016

Im Fürstentum Liechtenstein ist die Zahl der gemeldeten Verdachtsfälle auf Geldwäscherei deutlich gestiegen. Die Behörden beklagen, dass die Verdachtsmitteilungen häufig zu spät erfolgen würden.

Insgesamt gingen im letzten Jahr 376 Verdachtsmitteilungen wegen Geldwäscherei an die Behörden. Das sind 24 Prozent mehr als im Jahr davor, wie die Financial Intelligence Unit (FIU), die Liechtensteiner Meldestelle für Geldwäscherei, mitteilte.

65 Prozent der Meldungen von Banken

Die meisten Meldungen, 245 oder 65 Prozent, stammten von den Banken. 65 oder 17 Prozent kamen von Treuhändern, 12 (3 Prozent) von Zahlungsdienstleistern und 30 (8 Prozent) von Versicherungsunternehmen. Weitere zehn Verdachtsmitteilungen wurden von anderen Behörden übermittelt.

Lediglich drei Verdachtsmeldungen erfolgten durch Wirtschaftsprüfer, was erneut ein sehr tiefer Wert sei, schrieb die FIU. 47 Prozent aller Verdachtsmitteilungen (Vorjahr 56 Prozent) wurden an die Liechtensteiner Staatsanwaltschaft zur Bearbeitung weitergeleitet.

Mehr vermutete Korruptionsgelder

Bei den vermuteten Vortaten zur Geldwäscherei stehen nach wie vor die Vermögensdelikte im Vordergrund, namentlich Betrügereien und Veruntreuungen. Die Anzahl der Meldungen wegen möglicher Korruptionsgelder nahm erneut sehr deutlich zu. Bei den involvierten Personen habe sich der Trend, die Zunahme von Personen aus Ländern mit hohen Korruptionsrisiken, weiter verstärkt, hiess es.

Die FIU kritisiert, leider erfolgten die Verdachtsmitteilungen häufig immer noch zu spät. Zum Beispiel erst dann, wenn der betreffende Kunde verhaftet oder ein Rechtshilfegesuch eingetroffen sei, obschon bereits vorher Anhaltspunkte für Geldwäscherei bestanden hätten.

Früherkennung klappt nicht immer

Diese Anhaltspunkte seien entweder nicht erkannt oder nicht abgeklärt worden. Oder die Abklärung habe unverhältnismässig lange gedauert. Die FIU schreibt: Die frühe Erkennung möglicher Geldwäscherei sei eine Massnahme zum Schutz des Finanzplatzes vor Missbrauch durch Kriminelle.

Deshalb ist eine rechtzeitige Reaktion auf vorhandene Anhaltspunkte von grosser Bedeutung. Die Behörden schenkten der Durchsetzung dieser Normen künftig deutlich mehr Beachtung, um die Missbrauchsbekämpfung weiter zu stärken.

(sda/cfr)

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