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Erhebung
In Genf und Zürich logieren Hotelgäste am teuersten

Hotelrezeption: Genf und Zürich haben hohe Preise für Hotelzimmer. Keystone

Genf und Zürich haben die höchsten Hotelpreise in Europa. Entsprechend hoch sind die Einkünfte der Hoteliers. Doch die Preise in der Limmatstadt geraten gemäss einer neuen Studie unter Druck.

Von Marc Bürgi
am 22.03.2017

Genf und Zürich sind für ausländische Besucher eine teure Destination: Die beiden Schweizer Städte haben gemäss einer neuen Studie die höchsten Hotelpreise in Europa. Diesen Schluss zieht die Beratungsfirma PwC in einem Vergleich von 17 Städten, wobei PwC die Preise in Euro berechnet.

In Genf kostete das Hotelzimmer letztes Jahr im Schnitt umgerechnet 311 Franken, in Zürich mussten Gäste durchschnittlich 266 Franken bezahlen. Paris und London sind ebenfalls kostspielige Destination mit Preisen von 247 beziehungsweise 172 Franken.

Auch daran trägt der starke Franken Schuld

Entsprechend hoch waren die Einkünfte pro verfügbares Zimmer: Hier führt Genf mit 216 Franken die Liste an, in Zürich konnten Hoteliers mit 195 Franken kalkulieren. Der Spitzenplatz der Schweizer Städte liegt vor allem am starken Schweizer Franken.

Auch bei den Prognosen von PwC stechen Zürich und Genf unter den Städten hervor: Denn im Gegensatz zu den anderen 15 Destinationen sinken in den Schweizern Städten die Zimmerpreise in diesem Jahr – und in Zürich dürfte sich die Abwärtstrend auch 2018 fortsetzen.

Ausländische Ketten drängen nach Zürich

In Zürich liegt dies vor allem an den vielen zusätzlichen Hotelbetten, die auf den Markt kommen. In den nächsten vier Jahren steigt die Zahl der Zimmer in und um die Limmatstadt um 2300. Zum Vergleich: Heute gibt es 122 Hotels, welche zusammen gut 8000 Betten anbieten. Die Auslastung beträgt 73 Prozent, das ist der zehnthöchste Wert unter den 17 Städten. Allerdings kommen andere Experten auf eine tiefere Auslastungsrate für Zürich: Die Experten der Credit Suisse beziffern sie mit knapp 59 Prozent (2015).

Die vielen neuen Betten werden in erster Linie von internationalen Hotelketten geschafffen, die zurzeit Ableger in Zürich eröffnen, unter anderen 25hours, Motel One, Meininger und B&B Hotels. Zudem erwächst den Zürcher Hoteliers auch Konkurrenz durch Private, die ihre Zimmer und Wohnungen vermieten. Auf der Online-Plattform Airbnb sind zurzeit rund 2000 Bleiben ausgeschrieben. Zwar wird auch die Nachfrage nach Hotelbetten in Zürich zunehmen, dies aber gemäss PwC zu wenig stark, um das wachsende Angebot auszugleichen.

Stabile Nachfrage dank Diplomatentross

Etwas anders präsentiert sich die Situation in Genf. Die Uno-Stadt profitiert von einer relativen stabilen Nachfrage, die Hoteliers können auf Übernachtungen von Diplomaten und Politikern zählen. Auch in Genf sind neue Hotels geplant, doch die Zahl der Betten steigt weniger stark als in Zürich. In Genf dürften die Einkünfte pro Zimmer nach dem Rückgang in diesem Jahr im 2018 wieder leicht steigen.

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