Die zwei Mitglieder der Schweizer Regierung und der Nationalbank-Chef nehmen am Freitag an verschiedenen Sitzungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank teil. Die Finanzministerin trifft sich zudem mit den Vertretern der Schweizer Ländergruppe.

Die Schweiz ist seit 1992 Mitglied des IWF und leitet eine Stimmrechtsgruppe, der Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgistan, Polen, Serbien, Tadschikistan und Turkmenistan angehören. Die Schweiz vertritt die Gruppe im 24 Sitze umfassenden Exekutivrat des IWF.

Wichtigste Gesprächsthemen sind die Lage der Weltwirtschaft und die zukünftige Rolle der Organisation im internationalen Finanz- und Währungssystem. Besprochen werden soll auch dessen Stärkung.

Erwogen werden globale Finanzsicherungsnetze und Massnahmen zur Stabilisierung von Kapitalflüssen. Es geht zudem um die Rolle des Sonderziehungsrechts, der künstlich geschaffenen Reservewährung des IWF.

Strauss-Kahn mahnt

IWF-Direktor Dominique Strauss-Kahn forderte vor den Medien am Donnerstag, die IWF-Mitglieder müssten eine nachhaltiger Haushalts- und Schuldenpolitik verfolgen und die Reformen im Finanzsektor konsequent durchziehen.

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Bis Ende 2011 erwartet der IWF ein Wachstum der Weltwirtschaft von rund 4,5 Prozent. Hierzu tragen die Schwellen- und Entwicklungsländer mit einem Wachstum von rund 6,5 Prozent und die Industrieländer mit einem Wachstum von rund 2,5 Prozent bei.

Bundesrat glaubt an wirtschaftliche Erholung

Laut einer Mitteilung des Bundesrates beginnt die weltwirtschaftliche Erholung zu greifen. In den Industrieländern ist die Arbeitslosigkeit jedoch noch hoch und in einer Reihe von Schwellenländern könnte es bald zur wirtschaftlichen Überhitzung kommen.

Die Schweiz und ihre Nationalbank werden im neusten Länderexamen des IWF meist gelobt. Das Urteil der Experten aus Washington im Bericht, der Ende März veröffentlicht wurde, fällt sehr positiv aus: Eine klare finanzpolitische Position hat sich für das Land ausgezahlt und sollte beibehalten werden, heisst es im IWF-Report.

Der IWF fordert in der Schweiz aber auch neue Aufsichtsinstrumente, damit die Behörden gegen die Bildung von Finanzblasen einschreiten können. Die Experten schreiben, die Kompetenzen der Nationalbank und der Finanzmarktaufsicht Finma müssten in dieser Hinsicht geregelt werden.

(cms/sda)