Kommende Woche ist es wieder so weit: Die US-Notenbank trifft sich zur nächsten geldpolitischen Sitzung. Aktuell kauft das «Federal Reverse» – kurz Fed – monatlich 85 Milliarden Dollar an Schuldpapieren und versorgt damit den Markt mit Liquidität.

Zumindest mit diesem hohen Tempo respektive Volumen könnte bald Schluss sein, wie die jüngsten Signale und Aussagen von Notenbank-Chef Ben Bernanke vermuten lassen. Entsprechend sind die Goldanleger in geduckter Haltung: Würde das Fed in der Tat die Zeit der expansiven Geldpolitik schrittweise beenden, würde das den zuletzt erstarkten Goldpreis wieder unter Druck bringen.

Der Markt überstimmt die Währungshüter

Höhere Zinsen sind derzeit wohl so oder so unausweislich – das haben die Renditeanstiege der vergangenen Tage bei kurzfristigen Anleihen bereits gezeigt. Das Fed kann sehr wohl die Geldpolitik und somit die Zinsen «am langen Ende» steuern – auf die kurzfristige Marktentwicklung haben Währungshüter im Normalfall praktisch keinen Einfluss.

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«Zinsen sind indirekt ausgedrückt Opportunitätskosten für den Goldbesitz», sagt Rohstoff-Analyst Michael Widmer von der Bank of America Merrill Lynch. Mit anderen Worten: Je höher die Zinsen desto unattraktiver wird das glänzende Edelmetall.

Entspannung im Syrien-Konflikt als Dämpfer

Noch konkreter wird UBS-Analystin Toni Jeves in einem Interview mit dem US-Sender CNBC: Gibt das Fed am 18. September eine Verlangsamung der Anleihenkäufe bekannt, ist ein Fall bis 1250 Dollar pro Unze möglich – gar ein Abrutschen unter die Marke von 1200 Dollar sei möglich, würde die Begründung Bernankes in einem aggressiveren Ton daherkommen, als dies vom Markt derzeit bereits teilweise eingepreist wird.

Aktuell steht der Goldpreis bei rund 1365 Dollar. Durch die Entspannung im Syrien-Konflikt gab dieser bereits leicht nach – der «Safe Haven»-Effekt im Falle eines Militärsschlags fiel weg.