Seit über zwei Jahren kämpft die Schweizerische Nationalbank inzwischen im Spannungsfeld von expansiver Geldpolitik und boomendem Immobilienmarkt. Bislang ging alles gut. Doch die Gefahr einer platzenden Vermögensblase wächst – und eine Anpassung könnte früher nötig werden als bislang angenommen. Davor zumindest warnen die Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs in ihrem traditionellen Jahresausblick, in dem sie für 2014 rund um den Globus insgesamt 10 wichtige Makro-Trends definieren.

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Und geht es nach den Goldmännern wird 2014 für einige «High-Flyer-Länder» – wie die Schweiz – womöglich zum Jahr der Entscheidung. Der Grund: Die Geldpolitik könnte zu expansiv für die wachsende Wirtschaft sein und ein Umdenken bei den Verantwortlichen erfordern. Eine Reihe kleiner offener Volkswirtschaften hätte die lockere Geldpolitik der Amerikaner und Europäer in den vergangenen Jahren übernommen, um die eigene Währung zu schwächen und so die heimischen Exportfirmen zu stützen. Dies habe jedoch zu steigenden Hauspreisen und mehr Kreditwachstum geführt. Namentlich genannt werden neben der Schweiz auch Norwegen, Israel, Kanada und zu einem geringeren Ausmass Neuseeland und Schweden.

Auch die OECD thematisiert die Schweizer Geldpolitik

Jetzt, da sich das Wachstumsumfeld in den entwickelten Märkten wieder bessere, könnten einige dieser Länder laut Goldman Sachs die Risiken ihrer Politik neu bewerten müssen. Will heissen: Die Schweizerische Nationalbank findet es selbst womöglich bald wichtiger, mit steigenden Zinsen den Aufschwung am Immobilienmarkt zu drosseln als die Ausfuhrwirtschaft mit einem schwächeren Franken zu stützen. Die Frage sei nun, so glauben die Goldman-Ökonomen, ob betroffene Länder wie die Schweiz das Wachstum in Europa und den USA bereits stark genug einschätzten, um eine stärkere heimische Währung zu tolerieren. 

Nicht nur Goldman Sachs ist das Thema Geldpolitik der SNB in diesen Tagen eine Analyse wert. Auch die Industrieländerorganisation OECD äusserte sich nun erstmals ausführlicher zur expansiven Schweizer Geldpolitik. Unter Voraussetzungen «sollte» die SNB «den Franken wieder frei schwanken lassen», schrieben die Pariser Ökonomen in ihrem in der vergangenen Woche veröffentlichten Wirtschaftsausblick. Weil die Preise in der Schweiz derzeit jedoch nicht steigen, ist die SNB heute noch weit von einer Normalisierung der Geldpolitik entfernt. Das bekräftigte erst wieder kürzlich Direktoriumsmitglied Fritz Zurbrügg.