Viele Athener klagen über tränende Augen und brennen im Hals. Grund sind beissender Geruch und graubraune Dunstschichten über den Ballungszentren. Denn um teures Heizöl zu sparen, verbrennen viele Griechen Holz, um sich zu wärmen. 

Nun ruft die Athener Ärztekammer die Regierung nun dazu auf, die Bevölkerung vor diesen Folgen ihrer Sparpolitik zu schützen. Das Phänomen habe «bedrohliche Dimensionen angenommen und setzt das Leben von Millionen Bürgern Gefahren aus», hiess es weiter. Dies gelte besonders für Kinder und chronisch Kranke.

Im Zuge der Sparmassnahmen hatte die griechische Regierung die Heizölsteuer an die - deutlich höhere - Steuer für Dieselöl angeglichen. Die Preise für Heizöl stiegen verglichen mit 2011 um mehr als 50 Prozent.

Nach Messungen des Umweltministeriums wurde der zulässige Feinstaubgrenzwert in den vergangenen Wochen wiederholt übertroffen. Im Norden Athens wurden Werte um 150 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen - erlaubt sind 50.

Anzeige

Erstmals seit Jahren mit primärer Haushaltsüberschuss

Derweil gibt es auch eine gute Nachricht für die Griechen: In den ersten elf Monaten 2012 hat das Land erstmals seit Jahren mehr eingenommen als ausgegeben - gerechnet allerdings ohne die anfallenden Schuldzinsen. Das Land habe einen sogenannten primären Überschuss in Höhe von 2,3 Milliarden Euro erwirtschaftet, teilte das Finanzministerium mit.

Zum Vergleich: 2011 hatte es im Berichtszeitraum ein Defizit in Höhe von 3,6 Milliarden Euro gegeben. Ein echter ausgeglichener Haushalt unter Berücksichtigung des Schuldendienstes stehe dagegen noch in weiter Ferne. Die Geldgeber der EU und des Internationalen Währungsfonds greifen den pleitebedrohten Griechen bei den Schulden unter die Arme.

(tno/sda/awp)