Aus Protest gegen geplante Massenentlassungen haben in Griechenland zahlreiche Mitarbeiter im öffentlichen Dienst einen auf zwei Tage angesetzten Streik begonnen.

Lehrer, Polizisten und Krankenhausmitarbeiter zogen auf die Strassen, um gegen umfangreiche Entlassungen zu demonstrieren, die zur Sanierung der Staatsfinanzen beitragen sollen. Der Gewerkschaftsdachverband Adedy kritisierte die Bemühungen der Regierung, den Sektor mit seinen 600'000 Beschäftigten drastisch zu verkleinern. Dies sei ein «völlig gnadenloser Plan» zur Abschaffung der Rechte von Arbeitnehmern.

Gleichzeitig fuhren Inspektoren der Troika aus Europäischer Union (EU), Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) mit der Überprüfung der gesetzten Reformziele fort.

25000 auf Mobilitätspool

Die Regierung hat als Gegenleistung für das von EU und IWF gewährte Rettungspaket vereinbart, bis Jahresende 25'000 Angestellte im öffentlichen Dienst in einen «Mobilitätspool» zu verlagern. Von dort sollen sich die Betroffenen binnen acht Monaten um eine neue Stelle in der Verwaltung bemühen. Falls ihnen das nicht gelingt, verlieren sie ihren Job.

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Die ersten 12'500 Angestellten mussten bis Ende September in den Pool versetzt werden. Diese Frist sei eingehalten worden, sagten Vertreter des zuständigen Reformministeriums vor Journalisten. Man habe die Troika allerdings um einen zwei- bis dreimonatigen Aufschub gebeten, bis die anderen 12'500 Angestellten folgen müssen.

Wie die Inspektoren auf diese Anfrage reagierten, war zunächst nicht bekannt. Die Experten sollen unter anderem ermitteln, in welcher Höhe Griechenland von seinen Gläubigern weitere Unterstützung braucht.

(reuters/muv/aho)