Griechenland droht nach Angaben eines Insiders ohne weitere Finanzhilfen innerhalb von knapp vier Wochen die Staatspleite. Ohne die Unterstützung gehe dem Euro-Land bis zum 20. April das Geld aus, sagte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Bis dahin könne die Regierung in Athen noch mit Kapital auskommen, das sie sich von staatseigenen Betrieben leihe.

Sie hoffe deshalb darauf, dass die Euro-Finanzminister die Reformliste aus Athen billige. Dann sollten 1,9 Milliarden Euro überwiesen werden, die aus Gewinnen der Europäischen Zentralbank beim Handel mit griechischen Anleihen stammten. Zusätzlich setze man auf die Auszahlung von 1,2 Milliarden Euro aus dem Rettungsfonds für griechische Banken.

Die griechische Regierung will einem Sprecher zufolge bis Montag ein Reformpaket vorlegen.

Wahrscheinlicheit für Grexit erhöht

Unterdessen sieht der britische Finanzminister George Osborne düster für den Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone. Die Wahrscheinlichkeit eines griechischen Austritts hat sich nach seiner Einschätzung erhöht. «Die Gefahr eines Abschieds Griechenlands steigt», sagte Osborne am Dienstag in London. «Denn den Groll am Verhandlungstisch zwischen der Euro-Zone und Griechenland ist offensichtlich.» Niemand wünsche sich den sogenannten «Grexit». «Aber das kann versehentlich oder durch Fehleinschätzungen passieren.» Darauf müsse seine Regierung vorbereitet sein.

Diese spielt bereits seit geraumer Zeit den Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone durch. Grossbritannien gehört selbst nicht der Währungsunion an, doch ist die Hauptstadt London der grösste Finanzplatz in Europa. Ein « Grexit» könnte für erhebliche Turbulenzen an den Finanzmärkten sorgen und daher auch Großbritannien treffen.

(reuters/dbe/ama)

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