Griechenland setzt sich über die Einwände seiner internationalen Geldgeber hinweg und peilt im kommenden Jahr einen nahezu ausgeglichenen Staatshaushalt an. Nach dem am Freitag veröffentlichten Budgetplan strebt die Regierung in Athen ein Defizit von nur 0,2 Prozent des BIP an.

Mit dem Fehlbetrag von weniger als einer Milliarde Euro wäre der Staatshaushalt zum ersten Mal seit über drei Jahrzehnten nahezu im Gleichgewicht. Die Inspektoren der Troika aus EU, IWF und EZB rechnen dagegen mit einer Finanzlücke von 2,5 Milliarden Euro.

«Wir kämpfen für den Plan»

Mit dem Haushaltsentwurf unterstreicht die griechische Regierung ihr politisches Ziel, finanziell wieder auf eigenen Beinen zu stehen und weitere Kontrollen der Geldgeber-Troika zu vermeiden.

Finanzminister Gikas Hardouvelis übersandte den Etatentwurf an das Parlament in Athen ohne die Zustimmung der Troika. «Wir kämpfen für den Plan», sagte er. Aus Sicht der griechischen Regierung besteht kein Spielraum mehr für weitere Reformen, die in der Bevölkerung auf breite Ablehnung stossen. Das Land will das laufende Hilfsprogramm über 240 Milliarden Euro verlassen - mehr als ein Jahr früher als eigentlich vereinbart worden war.

Griechenland auf Wachstumskurs

Nach fünf Reform-Jahren findet die griechische Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zurück. Die Regierung erwartet in diesem Jahr einen BIP-Zuwachs um 0,6 und 2015 um 2,9 Prozent.

(awp/sda/reuters/dbe)

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