In Griechenland werden die Kapitalverkehrskontrollen Insidern zufolge wohl noch für Monate beibehalten werden. Die Kontrollen zum Stopp des Geldabflusses würden erst aufgehoben, wenn frisches Geld ankomme, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Allerdings könne es nach und nach zu Lockerungen kommen.

Erst am Freitag war Firmen erlaubt worden, mehr Geld ins Ausland zu überweisen, um dadurch den Import von Rohstoffen zu erleichtern. Die Höchstgrenze für Geldabhebungen liegt allerdings weiterhin bei 420 Euro wöchentlich.

Banken brauchen wohl 25 Milliarden Euro

Nach Meinung von Bundesbank-Präsident und EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann sollten die Kapitalkontrollen so lange in Kraft bleiben, bis die griechischen Banken ausreichend kapitalisiert sind. Dies dürfte sich hinziehen, da die Detail-Verhandlungen der griechischen Regierung mit den internationalen Geldgebern über ein drittes Hilfspaket noch nicht einmal begonnen haben.

Es wird geschätzt, dass mindestens 25 Milliarden Euro für die Rekapitalisierung nötig sind. Ein Vertreter des griechischen Finanzministeriums fordert bereits eine Vorab-Finanzspritze von zehn Milliarden Euro.

Zypern führte 2013 Kapitalkontrollen ein

Zypern hatte 2013 als erstes Euro-Land Kapitalverkehrskontrollen eingeführt. Die zyprische Bankenbranche stand damals kurz vor dem Zusammenbruch. Eines der beiden grössten Finanzinstitute wurde geschlossen. Die Beschränkungen wurden schrittweise gelockert und erst vor kurzem aufgehoben.

Anzeige

Verhandlungen über ein drittes Hilfspaket zwischen den Euro-Gläubigern und der griechischen Regierung sollen Insidern zufolge am Dienstag beginnen. Ursprünglich war der Verhandlungsbeginn schon für den vergangenen Freitag geplant gewesen.

(reuters/moh)