Die griechische Wirtschaft hat dank einer Erholung in der Tourismusbranche ein erneutes Abrutschen in die Rezession vorerst vermieden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Euro-Krisenlandes stieg im ersten Quartal nach einer ersten Schätzung im Vergleich zum Jahresanfang um 0,3 Prozent, wie das nationale Statistikamt Elstat am Freitag mitteilte.

Das Plus fiel damit auch kräftiger aus als die Expertenprognose von 0,1 Prozent. In den ersten drei Monaten des Jahres war die Wirtschaftsleistung noch um 0,1 Prozent zurückgegangen. Fachleute sprechen von einer Rezession, wenn das BIP zwei Quartale in Folge sinkt.

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Bessere Binnenachfrage

Auch die Binnennachfrage sei dank der wieder anziehenden Geschäfte mit Urlaubern vermutlich besser gewesen als gedacht, sagte Volkswirt Nikos Magginas von der National Bank of Greece. «Die Zahlen deuten auf eine Wende zum Positiven in der zweiten Hälfte des Jahres.» Zum Vorjahr sank die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal zwar um 0,7 Prozent. Der Rückgang verlangsamte sich aber von einem Minus von 0,8 Prozent im ersten Quartal. Zudem war er damit weniger als halb so gross wie von Analysten erwartet. In sieben der vergangenen acht Jahre war die Wirtschaft geschrumpft.

Der hoch verschuldete Staat wird seit Jahren mit Milliardenhilfen aus der EU und vom IWF über Wasser gehalten. Griechenland macht vor allem die hohe Arbeitslosigkeit zu schaffen. Die Quote ist die höchste in der Europäischen Union. Etwa jeder vierte Grieche hat derzeit keinen Job.

(reuters/chb/hon)