Die Privatbanken in der Schweiz und Liechtenstein haben im Jahr 2015 einen leichten Rückgang der Kundenvermögen (Assets under Management AuM) hinnehmen müssen, nachdem sich die AuM in den Jahren zuvor verhalten positiv entwickelt hatten. Laut einer Studie des Beratungsinstituts Roland Berger haben in den vergangenen fünf Jahren allerdings vor allem die grossen Institute profitiert, während die Banken im mittleren Segment insgesamt geschrumpft sind. Unter anhaltendem Druck stehen die Margen.

Im Jahr 2015 sind die Kundenvermögen der Privatbanken gemäss der am Mittwoch veröffentlichten Studie um 2 Prozent zurückgegangen, nachdem sie in den Jahren 2011 bis 2014 stetig angestiegen waren. Insgesamt habe sich die Branche verhalten positiv entwickelt, auch wenn es «immer schwieriger werde, weiteres Wachstum und höhere Gewinne zu realisieren», so das Fazit. Die Studie des Beratungsunternehmens beruht laut den Angaben auf einer quantitativen Analyse der knapp 60 grössten Privatbanken in der Schweiz und in Liechtenstein.

Gewinner und Verlierer

Die verwalteten Vermögen der untersuchten Banken beliefen sich 2015 auf 4,28 Billionen Franken, was rund 27 Prozent mehr waren als im Jahr 2011. Der Hauptgrund für den Dämpfer des Jahres 2015 war die Aufgabe des Euro-Mindestkurses zum Franken durch die SNB Anfang 2015. Der Zufluss an Nettoneugeldern betrug im Jahr 2015 noch 88 Milliarden Franken, was der geringste Wert in den letzten fünf Jahren war, wie es in der Studie weiter heisst.

Innerhalb der Privatbanken-Branche gibt es laut der Studie klare Gewinner und Verlierer. So hätten 44 Prozent der Privatbanken im Fünfjahres-Zeitraum netto Kundengelder verloren, ein gutes Fünftel (21 Prozent) von ihnen sei gar in absoluten Zahlen geschrumpft. Die «Wachstumschampions» waren dabei die grossen Institute mit Kundenvermögen von mehr als 100 Milliarden Franken – alle Vertreter dieses Segments seien im untersuchten Zeitraum gewachsen. Dagegen seien die Banken im mittleren Segment (AuM von 25 bis 100 Milliarden Franken) insgesamt geschrumpft.

Weniger Mitarbeitende

Verschlechtert hat sich zudem die Profitabilität des Geschäfts. Zwar sind bei den Instituten die operativen Ergebnisse um über 13 Prozent auf über 8 Milliarden Franken gewachsen. Allerdings ist die Bruttomarge – der Bruttoertrag auf den verwalteten Vermögen – im Durchschnitt auf mittlerweile noch 86 Basispunkte (BP) von 98 BP im Jahr 2011 zurückgegangen. Nur 25 Prozent der Privatbanken hätten sowohl ihre Erträge steigern wie auch die Bruttomarge erhöhen können.

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Verringert hat sich die Anzahl der Mitarbeitenden – die Branche beschäftige rund 10 Prozent weniger Angestellte als noch vor fünf Jahren, so die Studie. Die Schweiz sei davon besonders betroffen, da neue Stellen von zahlreichen Instituten überwiegend im Ausland geschaffen würden.

(awp/ise/ama)