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Grossbank Lloyds wählt Berlin für ihren EU-Standort

Lloyds-Filiale in London: Die Grossbank ist das grösste Finanzinstitut Grossbritanniens. Keystone

Berlin ist auch für Banker attraktiv: Die Grossbank Lloyds muss sich wegen des Brexit einen Standort ausserhalb Grossbritanniens für das EU-Geschäft suchen. Die Wahl fiel auf die deutsche Hauptstadt.

Veröffentlicht am 13.02.2017

Die britische Lloyds Banking Group steht nach Informationen von Insidern im Zuge des Brexit vor einer Entscheidung für Berlin als Standort in der Europäischen Union (EU). Die grösste Privatkundenbank Grossbritanniens prüfe gegenwärtig, ob sie ihre Repräsentanz in Berlin zu einer Tochtergesellschaft des Konzerns aufwerte und eine entsprechende Lizenz noch in diesem Jahr beantrage, sagten die Insider am Montag. Lloyds lehnte eine Stellungnahme dazu ab.

Die Lloyds Banking Group ist die einzige grosse britische Privatkundenbank, die keine Konzerngesellschaft in einem anderen EU-Land hat. Und sie wäre die erste, die Berlin als Standort für ihren Zugang zur EU nach einem Austritt Grossbritanniens (Brexit) auswählt. Die meisten anderen europäischen Banken bevorzugen das deutsche Finanzzentrum Frankfurt am Main, wo auch die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Sitz hat.

Lloyds hat schon viele Mitarbeiter in Berlin

Bei Lloyds spricht für die deutsche Hauptstadt, dass das Institut dort bereits eine Repräsentanz mit einem umfangreichen Management-Team hat. Dies ist eine Voraussetzung für die Etablierung einer Tochtergesellschaft in Berlin. Daher müsste nur der rechtliche Status geändert und kein zusätzliches Personal nach Berlin gebracht werden, sagte einer der Insider.

Lloyds ist in Deutschland geschäftlich mit der Bank of Scotland aktiv, die sie 2008 übernahm. Im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Brexit planen zahlreiche Banken eine Verlagerung von Geschäften und Jobs aus London in die Finanzzentren auf dem Kontinent.

(reuters/mbü)

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