Was wurde nicht alles analysiert während dieser WM: Erst beerdigten sogenannte Experten mit dem Ausscheiden der Spanier das Kurzpassspiel. Nach dem Aus von Italien und England folgte gar der Abgesang auf den gesamten Alten Kontinent, nicht zuletzt wegen der Hitze – von der ja die afrikanischen Teams profitieren sollten. Dann jedoch strichen auch Algerien und Nigeria die Segel, und das Event wurde kurzerhand zum Turnier der Lateinamerikaner erklärt. Die Mitfavoriten auf den Titel hiessen auf einmal Costa Rica und Kolumbien.

Nun steht am heutigen Dienstag das erste der beiden Halbfinals an – und beide Spiele könnte klassischer (und damit aufregender) kaum sein: In Belo Horizonte trifft Deutschland auf Gastgeber Brasilien. Ein Duell der Giganten – die Seleçao gewann den Pokal bereits fünf Mal, die Deutschen drei Mal. Auch das zweite Semifinal zwischen Argentinien und der Niederlande hat es in sich: Die Südamerikaner holten den Titel 1978 (gegen den morgigen Gegner) und 1986. Die Niederländer standen immerhin drei Mal im Finale, zuletzt 2010 in Südafrika.

Deutsche, Brasilianer, Argentinier mit den teuersten Teams

Der Gewinner dieser WM wird also mit Sicherheit kein Überraschungsteam sein. Der schnöde Vergleich der Marktwerte kommt sogar zu dem Ergebnis: Die Halbfinals waren so fast zu erwarten – lässt man mal das Ausscheiden der Spanier beiseite. Geld schiesst als eben doch Tore. Denn nach den Iberern stellen die Deutschen (526 Millionen Euro), Brasilianer (468) und Argentinier (392) die teuersten Teams. Allein die Niederlande kommt mit ihrem 23-köpfigen Kader auf lediglich 208 Millionen Euro und rangiert damit auf Platz elf aller 32 Mannschaften.

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Gemessen am Marktwert haben demnach die Deutschen die besten Chancen auf den Pokal. Dies gilt umso mehr, als den Brasilianern heute mit Neymar der teuerste Spieler der Halbfinals (60 Millionen Euro) wegen eines Wirbelbruchs nicht zur Verfügung steht. Zudem ist Captain Thiago Silva gesperrt – er ist zugleich der drittteuerste Spieler mit einem Marktwert von 40 Millionen Euro, wie das Portal Transfermarkt.ch berichtet.

Viele Buchmacher sehen die Elf von Joachim Löw am Ende ebenfalls ganz oben – einige wähnen Deutschland und Argentinien im Kampf um die Krone gleichauf. Dies wäre kein ungewöhnliches Finale: Bereits 1986 und 1990 standen sich diese beiden Teams gegenüber. Erst gewann die Albiceleste um Captain Diego Maradona, vier Jahre später war das Team um Penaltyschütze Andreas Brehme erfolgreich.

Marktwerte – Abschneiden der Schweizer war vorhersehbar

Auch das Abschneiden der Schweizer war beim Vergleich des Geldes übrigens vorhersehbar. So war bereits vor der WM klar: Die Schweiz (178 Millionen Euro) wird hinter Frankreich (379) Zweiter – und scheidet dann gegen Argentinien im Achtelfinal aus.