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Tendenz
Haushalte können sich immer weniger Wohnraum leisten

Wohnraum: Im Jahr 2000 konnte sich ein Paar noch 61m2 mehr leisten.  Keystone

Höhere Preise und strengere Kreditvorgaben führen dazu, dass Haushalte mit weniger Platz auskommen müssen. Paare können sich noch 100m2 leisten - in und um Zürich sind es sogar deutlich weniger.

Veröffentlicht am 19.03.2017

Wer eine Immobilie erwerben will, muss seine Ansprüche immer mehr zurückschrauben. Wie die «NZZ am Sonntag» schreibt, ist die Wohnfläche, die sich ein Haushalt im Schnitt leisten kann, seit dem Jahr 2000 um 40 Prozent gesunken.

Aktuell kann sich ein Paarhaushalt mit durchschnittlichem Einkommen eine Wohnfläche von 100 m2 leisten. Im Jahr 2000 dagegen erreichte dieser Wert noch 161 m2. In der Region Zürich, wo die Immobilienpreise generell höher sind, sank die erschwingliche Grösse seit 2000 von 133 auf 75 m2 – ein Minus von 44 Prozent. In der Stadt Zürich kann ein Durchschnittshaushalt lediglich eine Wohnungsgrösse von 60 m2 erwerben, was einer kleinen 2,5-Zimmer-Wohnung entspricht.

Starre Richtlinien

Der Grund für diese Entwicklung sind die gestiegenen Immobilienpreise sowie vor allem die verschärften Anforderungen an das Einkommen und das Kapital der Käufer. Die strengen Richtlinien bei der finanziellen Tragbarkeit führen zu einem Generationengraben auf dem Immobilienmarkt. Bei den jungen Familien geht die Wohneigentumsquote wieder zurück.

Donato Scognamiglio, Gründer der Beratungsfirma Iazi und Professor an der Universität Bern, kritisiert die geltenden Vorschriften als zu starr: «Ich bin überzeugt, dass wir das Tragbarkeitsmodell flexibilisieren können, ohne den Markt anzuheizen.» Nötig sei jetzt ein «runder Tisch», um den Zugang der jungen Generation zum Wohneigentum zu verbessern.

Regionalbank mit tieferer Hürde

Die Spar- und Leihkasse Gürbetal hat die landesweit erste «Einsteigerhypothek» lanciert, welche die finanzielle Hürde für Erstkäufer reduziert. Zwar hat die Aufsicht bei der Regionalbank interveniert, weil das Angebot die Tragbarkeitsnormen verletze. Dennoch hält die Gürbetaler Bank an ihrer Hypothek fest.

Je nachdem wo man wohnt, ist das Leben unterschiedlich teuer. Das sind die Günstig-Kantone und Kostenhöllen der Schweiz:

(jfr)

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