Die Mehrwertsteuererhöhung in Japan die Konsumfreude weit stärker verdorben als erwartet. Im April gaben die Japaner im Schnitt 13,3 Prozent weniger aus als im Vormonat, als noch der niedrigere Steuersatz galt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag das Minus laut den am Freitag veröffentlichten offiziellen Daten bei 4,6 Prozent.

Das war der stärkste Rückgang seit dem verheerenden Erdbeben und Tsunami im März 2011. Auch Experten rieben sich verwundert die Augen, da sie im Schnitt lediglich mit minus 3,2 Prozent gerechnet hatten. Auch die Industrieproduktion ging im April stärker zurück als erwartet. Sie sank auf Jahressicht um 2,5 Prozent.

Wirtschaft auf dem Wege der Besserung

Die Regierung hatte die Mehrwertsteuer im April auf acht von zuvor fünf Prozent erhöht, um steigende Sozialkosten schultern zu können. Japans lange Zeit angeschlagene Wirtschaft ist laut Notenbank dennoch auf dem Weg der Besserung. Das Land hat demnach die deflationäre Phase fallender Preise und rückläufiger Investitionen hinter sich gelassen.

Anzeige

Die Wirtschaft war im ersten Quartal so stark gewachsen wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Grund dafür war ausgerechnet die Mehrwertsteuererhöhung. Vorher kauften die Konsumenten noch kräftig ein, da viele Waren teurer wurden.

Auch der Arbeitsmarkt ist weiter auf Erholungskurs. Die Arbeitslosenquote verharrte im April zwar auf dem Vormonatswert von 3,6 Prozent. Das Verhältnis von offenen Stellen zu Bewerbern erreichte aber mit 1,08 den höchsten Wert seit rund acht Jahren. Diese Entwicklung lässt darauf schliessen, dass Löhne stärker steigen könnten und damit auch der Konsum zulegen dürfte.

(sda/me)